Baechli.Bergsport
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Inspiration Nr. 3 - 2022

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Expert Textilkunde

Expert Textilkunde Expert Eine Frage der Faser Wenn es um Bergsportbekleidung geht, denken viele zuerst an die wetterfeste Hardshelljacke. Dabei beginnt die «Funktion» schon bei der ersten Schicht – je nachdem, aus welchem Material man seine Wäsche wählt. Eine kleine Materialkunde. Text Thomas Ebert Früher war alles besser! Selten wird dieser Spruch so schnell als Trugschluss entlarvt wie bei einem Rundgang durch ein Bergsportgeschäft. Was hätten sich die Gipfelstürmer (und Stürmerinnen!) zur vorletzten Jahrhundertwende, auch diejenigen der 50er- und 60er-Jahre die Finger nach dieser Ausrüstung geleckt. Federleicht! Unzerstörbar! Funktionell und wetterfest! Aber es ist, wie es ist. Jeder von uns ist ein Kind seiner Zeit, das hin und wieder von der Vergangenheit träumt: Es gibt tatsächlich eine kleine Szene, die sich auch heute noch im Klettergewand der 1920er-Jahre kleidet und auf Hochtouren geht. Eine andere Option, den Altvorderen Respekt zu zollen, ohne auf die Errungenschaften der Textilforschung zu verzichten, wäre diese: sich einmal vertieft mit dem auseinanderzusetzen, was uns heute auf unserer Haut zu Höchstleistungen verhilft. Daniela Sitas ni dolorrovid esequaspic torrorem que Stünzi ist Einkäuferin und Produktmanagerin net accus für pa simus den Bereich am Damenbekleidung incipsa und de laces Accessoires. ullaut Sie ist bestens vertraut mit den aktuellen Trends im Textilbereich und weiss, welche Faser wie funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie jeweils besitzt. Die Naturfasern Für einen ersten Überblick kann man Base- und Midlayer in drei Kategorien aufteilen: nämlich erstens in solche aus Naturfasern, zweitens aus Kunstfasern und drittens aus einer Mischung von beidem. Im Bereich der Naturfasern spielt heute Merinowolle die grösste Rolle – also das feine Haar der Merinoschafe, das viel feiner und damit weniger kratzig ist als das der hiesigen Schafe. «Baumwolle findet man bei uns nur noch im Lifestyle- und Boulderbereich», erklärt Daniela Stünzi. Aus gutem Grund. Denn Baumwolle hat zwar einen guten Tragekomfort und fühlt sich auf der Haut angenehm an: «Aber das Feuchtigkeitsmanagement ist schlecht», so Stünzi, denn Baumwolle trocknet, einmal von Schweiss oder Regen durchnässt, nur sehr langsam. Und nasse Kleidung birgt am Berg immer die Gefahr, auszukühlen. Teilweise sei Baumwolle auch noch bei Boulder-Bekleidung oder als Anteil von Mischgeweben zu finden, so Stünzi. «Aber wenn es um Bekleidung für Bergsport geht, dominieren vor allem Kunstfasern und Merinowolle.» Gerade die Merinowolle hat in den letzten Jahren ein sagenhaften Steigerungslauf hingelegt. Zum bereits erwähnten guten Tragekomfort kommen spezielle Eigenschaften, die wie gemacht sind für Bergsportlerinnen und Bergsportler: «Merinowolle ist temperaturregulierend. Es kann nicht aus 20 Grad 15 Grad machen, aber es ist schon ein spürbarer Effekt», erklärt Stünzi. Tatsächlich findet man heute auch T-Shirts für sommerliche Temperaturen aus Merinowolle, ermöglicht durch beständigen Fortschritt in der Herstellung immer feinerer Garne. Noch vor wenigen Jahren war Merinowolle nur bei langärmeliger Skiunterwäsche oder isolierenden Zwischenschichten üblich. Die Naturfaser hat eine hochkomplexe Struktur, die ihr 42 43

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