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Inspiration Nr. 3 - 2022

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Wegweiser

Wegweiser Trotzigplanggstock Trotzigplanggstock 2954 m Gebiet Auf der Nordseite des Urner Meientals, durch das die Sustenpassstrasse führt, erheben sich unzählige Gipfel und Zacken aus Gneis. Auf diese führen diverse Mehrseillängenrouten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, manche davon mit vielen Haken ausgerüstet, andere alpiner. Route Trotzigplanggstock-Südgrat 13 Seillängen mit Kletterschwierigkeiten bis 4c (4b obl.) Zustieg: 500 Höhenmeter ab der Sustlihütte oder 850 Höhenmeter ab Passstrasse Abstieg: über die Flanke (T5 und Abseilstellen) Stützpunkte Sustlihütte SAC (2257 m) Tel. +41 885 17 57, sustlihuette.ch geöffnet im Sommer von Juni bis Oktober Für andere Gipfel eignet sich auch die Sewenhütte SAC (2148 m) Tel. +41 885 18 72, sewenhuette.ch geöffnet im Sommer ab Ende Mai Anreise Mit dem Zug nach Göschenen (UR) oder Meiringen (BE) bzw. via Erstfeld nach Wassen (UR) und weiter mit dem Postauto bis Haltestelle «Meien, Sustenbrüggli» Fahrplaninformationen über sbb.ch Karten/Literatur Swisstopo Wanderkarte 1211 «Meiental», Massstab 1: 25‘000 Sandro von Känel «Schweiz Plaisir Ost», Edition Filidor, Auflage 2015 (Achtung: In der neuen Auflage 2021 ist das Topo nicht enthalten.) Heute weisen gut sichtbare Markierungen den Weg zum Einstieg aus, wie etwa hier am Fuss des steilen Aufstiegs zur Scharte, wo die Kletterei beginnt. terern von damals hingegen schon: Noch im selben Sommer stiegen – just ein Jahr nach dem Ausschluss der Frauen aus dem SAC – ein Fräulein Irene Krause und ein Herr Siegfried Behn mit den Führern Hermann Hess und Maurus Hurschler durch die Nordwestwand und über den Nordgrat auf den «namenlosen Felsgipfel». Was manchen Herrschaften im SAC gar missfiel. So vermerkte ein gewisser Gustav Bossard der Sektion SAC Rossberg in einem Text über den Wichelplanggstock: «Der rote Felskopf rechts vor uns, welcher vor kurzem noch imponierte, macht jetzt eine unscheinbare Figur. Zu allem Überfluss ist dieser untergeordnete Gipfel von einer Dame Trotzigplankstock getauft worden.» Sechs Jahre später verwandelte derselbe Gustav Bossard denselben Gipfel in einem anderen Beitrag wieder in einen «schwierigen Felsturm». Ob er ihn unterdessen selbst erklommen hatte? Doch wer auf dem Zacken steht, die Nase in den Wind streckt und ins Urner Gipfelmeer blickt, hat keine Zeit für einstige Animositäten. Zu wild und schön ist es hier oben. Und lange könnte man verweilen, stünde nicht der Abstieg bevor. Ein Abstieg über Stufen, Bänder und Blöcke, die wir – mal abseilend, mal abkletternd und absteigend – hinter uns lassen. Ein wenig wollen die Berge über der Sustlihütte eben doch verdient werden. Denn in all den Jahren und Jahrzehnten sind sie das geblieben, was Henry Ludescher in ihnen sah: «Eine eigenartige, reizvolle Gebirgsgruppe, die noch den Hauch des Ursprünglichen atmet.» Aus späteren Tourenführern geht hervor, dass er als Kletterer mehrmals in dieses Gebiet zurückkehrte. Wie auch wir zurückkehren werden: um auf die wunderbar wilden Türme des Wichelplanggstocks zu steigen. Felsenfest Im Alpinklettern hat sich in den letzten Jahren vieles getan. Ob Sicherheitsausrüstung, Bekleidung oder Hartwaren: Alles wurde leichter, robuster, bequemer, sicherer. Drei Beispiele Schutzschale Mit dem Launch des Wall Rider Mips war Mammut vor wenigen Jahren der erste Hersteller, der einen Kletterhelm mit der MIPS-Technologie versehen hatte: Im Inneren des Helmes befindet sich eine zweite, reibungsarme Schale, die bei einem seitlichen Aufprall eine Bewegung von zehn bis 15 Millimetern zulässt. Dadurch werden einwirkende Rotationskräfte reduziert, das Risiko von Hirnverletzungen verringert. Der 225 Gramm leichte Helm besteht zudem aus einem dämpfenden EPP-Kern sowie einer partiellen Halbschalen-Verstärkung im vorderen und oberen Kopfbereich. Über das verstellbare Tragesystem ist er schnell einstellbar, die Polsterung sorgt für zusätzlichen Komfort. Und wenn die Tour früh startet – oder spät endet: Eine Stirnlampe lässt sich unkompliziert über die zwei Clips und die Gummilasche fixieren. WALL RIDER MIPS MAMMUT Gewicht: 225 g (Grösse M), CHF 179.– Drei zu eins Mitte der 70er-Jahre begann das französische Familienunternehmen Beal mit der Entwicklung von Kletterseilen – und wurde schnell zu einem der weltweit führenden Seilhersteller. Revolutionär war mitunter das «Joker»: das erste Dynamikseil mit Dreifachzertifizierung als Einfach-, Halb- und Zwillingsseil. Der überarbeitete Klassiker Joker Golden Dry Unicore mit 9.1 Millimetern Seildurchmesser punktet damit gleichermassen bei extremen Kletterern als auch bei Bergsteigern, die vor allem auf Grat- und Firntouren unterwegs sind. Strapazierfähig wird das Seil durch die Unicore-Technologie, bei der Seilmantel und Kern miteinander verwoben werden. Die Golden-Dry-Behandlung, bei der Mantel und Kern imprägniert werden, schützt gleichzeitig vor Abrieb und Schmutz. JOKER GD UNICORN 9.1 BEAL Gewicht: 52 g/m, CHF 225.– (50 m) «Alpine Vielfalt: Gratklettereien sind abwechslungsreiche, tief blickende Touren.» Patrik Herrmann Filialleiter Stv. Pfäffikon SZ Saubermann Extrem cleanes Design: Darauf hat der Hersteller Ortovox beim Entwurf des Kletterrucksacks Trad Zero 24 geachtet. Er zeichnet sich durch ein minimialistisches Äusseres aus – so stört der schlichte Rucksack nicht in engen Kaminen oder Verschneidungen. Trotzdem stehen allerhand Features auf der Haben-Seite: Von Seilfixierung über Eispickelbefestigung, Trinksystem-Kompabilität, Kartenfach, Kompressionsriemen und frontaler Daisy Chain ist alles an Bord, was Kletterer sich wünschen. Praktisch ist auch der modulare Aufbau: Hüftgurt und Rückenprotektor sind abnehmbar, was das Gesamtgewicht auf unter ein Pfund drückt. Der Toploader besteht aus robustem 420D Ripstop-Polyamid, der Deckel ist mit Silikon beschichtet. ORTOVOX TRAD ZERO 24 Gewicht: 570 g (min. 490 g) CHF 109.– 40 41

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