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Inspiration Nr. 3 - 2021

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EXPERT INNOVATIONEN UND ZUBEHÖR «Mit der steigenden Beliebtheit von Klettersteigen hat sich das Material immens weiterentwickelt», blickt der Bächli-Experte auf die letzten zehn Jahre zurück. Gleichzeitig haben immer mehr Hersteller Zusatzausrüstung oder spezielle Produkte für mehr Sicherheit auf den Markt gebracht. Skylotec bietet beispielsweise ein Set mit einer Stahlseilklemme (Rider 3.0) an, die wie eine automatische Rücklaufsperre funktioniert: «Die mitlaufende Klemme wird ins Drahtseil eingehängt und läuft nach vorne mit. Bei einem Sturz blockiert die Rücklaufsperre und verhindert so, dass der Kletterer bis zur letzten Zwischensicherung zurückfällt», erklärt Skylotec-Category Managerin Anne Leidenfrost: «Dadurch verkürzt sich die Sturzstrecke deutschen Karabinern wie beim Edelrid Cable Kit Ultralite 5.0 zufrieden sein.» Bei der Wahl des Gurtes kommt es ebenfalls auf die eigenen Vorlieben an. Zulässig sind alle Gurte der Norm EN 12277. «Ambitionierte Klettersteiggeher bevorzugen die ultraleichten Hochtourengurte: Sie sind im Rucksack kompakt verstaut, wiegen fast nichts und im Klettersteig hat man die volle Bewegungsfreiheit», so Schmid. Einige Hersteller bieten sogar Gurte mit integriertem Klettersteigset an. Hier ist der Bandfalldämpfer bereits in den Beinschlaufen integriert (z. B. Edelrid Jester). Ein feines Feature, das ein Klettersteigset bedienfreundlicher macht, ist ein Drehgelenk zwischen Einbindeschlaufe und Lastarmen. Es verhindert ein Verdrehen der Arme beim Umhängen sehr effektiv. Klettersteige können sehr kraftraubend sein. Was liegt da näher, als sich mal eben «in die Seile zu hängen», um für einen Moment zu verschnaufen? Doch Achtung: Der untere Grenzwert, ab dem ein Bandfalldämpfer aufzureissen beginnt, liegt bei 1,3 kN, also ca. 130 Kilogramm. Auch Matthias Schmid rät zur Vorsicht: «Setzt sich beispielsweise ein 80 Kilogramm schwerer Mann mit etwas Schwung ins Klettersteigset, wird diese Kraft schnell erreicht», so der Produktmanager. «Und schon bei einer Teilauslösung muss das Set umgehend ersetzt werden.» Besser ist es, sich mit einer separaten Bandschlinge zu fixieren. Manche Klettersteigsets haben sogar eine integrierte Rastschlaufe. Eine normale 60-cm-Bandschlinge, die mittels Ankerstich in den Anseilring des Klettergurtes eingebunden wird, ist aber genauso ausreichend. «Das Klettersteigset ist wie ein Airbag im Auto: Im Notfall soll es Leben retten, aber ein Sturz ist immer mit einer hohen Verletzungsgefahr verbunden.» MATTHIAS SCHMID PRODUKTMANAGER Sicher durch die Via Ferrata: Ein Klettersteigarm verbleibt immer am Drahtseil, der andere wird umgehängt. Ab wann ein Klettersteigset ausgedient hat, ist in der Gebrauchsanweisung des Herstellers nachzulesen – in der Regel spätestens nach zehn Jahren. «Eine gute Faustregel lautet: Sobald ich ein ungutes Gefühl habe, sollte ich das Set entsorgen», empfiehlt der Bächli-Produktmanager. Generell sollte man das Set vor jedem Einsatz auf Verschleisspuren prüfen, etwa aufgepelztes Material, oder funktionsbeeinträchtigte Karabiner. Auch äussere Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung oder Sauerstoff lassen das Material schneller altern. «Am besten lagert man das Set deswegen an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort», rät Schmid. FOTO: EDELRID / TRISTAN HOBSON lich und der Fangstoss wird geringer.» In Klettersteigen mit längeren Traversen seien die Modelle durch teils ungewolltes Blockieren nur bedingt empfehlenswert, in anspruchsvollen Klettersteigen mit überhängenden Passagen allerdings von Vorteil, fügt Schmid hinzu. Wer mit Kindern unterwegs ist oder eine ungeübte Person in einer schwierigen Passage nachsichern möchte, für den hat Edelrid ein kluges Sicherungsset entwickelt: Das Via Ferrata Belay Kit besteht aus einer Sicherungsplatte mit automatischer Rücklaufsperre und einem 15 Meter langen Einfachseil. «Der Vorteil ist, dass der Vorsteiger keine besonderen Sicherungstechniken beherrschen muss, etwa HMS-Knoten. Dank Farbcodierung lässt sich das Belay Kit nämlich intuitiv bedienen», erklärt Sebastian Straub von Edelrid. Wichtig sei aber, dass beim Nachsichern das Seil zum Nachsteiger stets straff gespannt bleibt, damit ein Sturz praktisch nicht möglich ist. Neben dem Klettersteigset gehört ein Kletterhelm zur obligatorischen Schutzausrüstung. Wichtig sind ausserdem Handschuhe: Zum einen, um Verletzungen durch freiliegende Litzen an beschädigten Drahtseilen zu vermeiden, zum anderen verleihen sie guten Grip. Nicht zuletzt sind sie einfach angenehmer: Handschuhe mindern die Blasenbildung, und Metall wird als hervorragender Leiter auch schnell mal kalt. «Hochwertige Modelle sind aus robustem, abriebfestem Leder», so der Bächli-Experte. Fahrradhandschuhe sind wegen ihrer Polsterung in der Handmitte eher störend. Beim Schuhwerk rät Schmid zu Modellen mit einer festen Sohle: «Sonst wird das Stehen auf den Eisenleitern, Stiften und Trittstufen schnell unangenehm.» Ideal sind Schuhe mit kleinem Absatz, sodass man einen festen Stand auf den Metallsprossen hat (z. B. Scarpa Marmolada Pro HD). Schuhe mit einer profillosen «Climbing Zone» im Zehenbereich sind vor allem praktisch, wenn bei anspruchsvolleren Klettersteigen auch mal am Fels angetreten wird. KLETTERSTEIGSET HANG OUT OR HUNKER DOWN ENTDECKE DIE NEUEN ZELTE VON SEA TO SUMMIT UNVERGLEICHLICHE VENTILATION EINZIGARTIGE VIELSEITIGKEIT MEHR PLATZ 44 INSPIRATION 03 / 2021 45

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