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Inspiration Nr. 04 - 2022

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Expert Skitourenfelle

Expert Skitourenfelle Expert Für alle Felle Skifelle bringen uns im Idealfall sicher und kraftsparend auf den Gipfel. Doch welches sind die richtigen Felle für den geplanten Einsatzzweck? Und wie werden sie für Langlebigkeit und Funktionalität am besten gepflegt? Bächli Bergsport Skitourenexperte Samuel Bundi klärt auf. Material Der Faserflor sorgt für gute Steig- und Gleiteigenschaften. Verwendet werden Kunstfasern (Polyamid), Naturfasern (Mohair – die Wolle der Angoraziege) oder Mischungen aus den zwei Materialien. Text Jürg Buschor Bevor wir uns auf Skitouren dem Abfahrtsrausch hingeben können, muss jeder Höhenmeter zuerst einmal aus eigener Muskelkraft zurückgelegt werden. Wie anstrengend das ist, hängt nicht nur von der Länge der Tour ab, wie der Bächli Bergsport Skitourenexperte Samuel Bundi aus eigener Erfahrung weiss: «Ob der Kleber die Haltekraft einbüsst, sich hartnäckige Stollen bilden oder die Skifelle die Haltekraft vermissen lassen und durchrutschen – jedes Problem kostet nicht nur Nerven und Energie, sondern stellt auch ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar. Umso erstaunlicher ist es deshalb, dass sich die meisten Tourengeher erst dann intensiv mit dem Thema Skifell beschäftigen, wenn sie schon fluchend am Berg stehen. Kunst oder Natur? Die «Grundzutaten» für jedes Fell sind mehr oder weniger dieselben: Ein Sitas ni dolorrovid esequaspic torrorem que Grundgewebe mit Faserflor, eine wasserdichte net accus pa Zwischenlage, simus am der Rückstoff und incipsa schliesslich de laces ullaut eine Klebeschicht. Was macht also den Unterschied aus? Welche Grundmaterialien gewählt und wie diese verarbeitet werden, entscheidet über die Funktionalität des Endprodukts. Dass die Schneebeschaffenheit, der Feuchtigkeitsgehalt und die herrschenden Temperaturen ebenfalls einen starken Einfluss auf die Steig- und Gleiteigenschaften haben, sei an dieser Stelle auch gleich erwähnt. «Die vielleicht wichtigste Frage, die der Kunde beantworten muss, ist, ob es ein Fell mit Mohair, Kunstfasern oder einer Mischung aus beiden Materialien sein soll», erklärt Bundi und ergänzt: «Das wiederum ist eine Anwendungsfrage.» Da gibt es beispielsweise Felle aus 100 Prozent Mohair, dem extrem feinen Haar der Angoraziege, die in Südafrika und der Türkei gehalten werden. Pro Tier und Jahr werden etwa 4 Kilogramm Garn durch Schur gewonnen. Diese Skifelle überzeugen mit tiefem Gewicht und hervorragenden Gleiteigenschaften. Sie bieten eine gute Steigfähigkeit und bleiben selbst bei klirrender Kälte geschmeidig. Das Naturprodukt Mohair ist dafür weniger robust und nutzt sich insbesondere bei hartem Frühlingsschnee schneller ab. Synthetikfelle werden aus Nylonfasern gefertigt und sind sehr strapazierfähig und pflegeleicht. Selbst Steinkontakte nehmen sie meist klaglos hin. Stressfrei im Einsatz und bei der Pflege eignen sie sich besonders für Gelegenheitstourengeher, bei denen die Gleiteigenschaften und die damit verbundene Geschwindigkeit nicht so wichtig sind. Auch für Freerider, die nur kurze Aufstiege zu bewältigen haben, sind sie eine kostengünstige Alternative zu Mohair. Bei grosser Kälte gleiten sie spürbar schlechter als Felle mit hohem Mohair-Anteil. Das ist mit ein Grund dafür, dass Bächli Bergsport aktuell keine reinen Synthetikfelle im Sortiment führt, wie Bundi erklärt: «Aktuell ist der Kompromiss, den man bei einem reinen Synthetikfell eingeht, aus unserer Sicht zu gross. Aber wir haben schon Prototypen eines Produkts testen können, das sehr vielsprechend ist.» Das Beste aus zwei Welten versprechen die sogenannten Mix-Felle. Illustration: Saija Sollberger Produktaufbau Haftbeschichtung, Trägergewebe, wasserdichte Laminierung, Faserflor aus Mohair und/oder Kunstfaser Pflege Skifelle nie an der prallen Sonne oder auf dem Radiator trocknen. Aufbewahren an einem trockenen Ort ohne Tageslicht. Konstruktion Faserlänge und Anstellwinkel sind mit entscheidend, wie gut ein Fell steigt und gleitet. 32 33

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