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Inspiration Nr. 04 - 2022

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Wegweiser Tessin Tessin

Wegweiser Tessin Tessin Wegweiser Sonnenverwöhnte Höhenlage Leventina – Sobrio Alles Claro? Bellinzona – Claro & Sotarègn Fährt man durch den Gotthard, ist Sobrio eines der ersten, sonnenverwöhnten Klettergebiete: Dank der südseitigen Ausrichtung kombiniert mit der hohen Lage auf über 900 Metern ist Sobrio ein Ganzjahresgebiet. Abgesehen vielleicht von sehr heissen Sommertagen, an denen sich nur der Sichernde im Baumschatten verstecken kann. Im Herbst und Winter dagegen, wenn die Bäume ihr Laub abgeschüttelt haben, wärmt die Sonne den Felsen und die windgeschützte Lage lässt Sommerfeeling aufkommen. Bei dem kurzweiligen Zustieg bergab werden auch weniger lauffreudige Kletterinnen und Kletterer nicht meckern können. Insgesamt kommen in Sobrio alle auf ihre Kosten, die kürzere Routen bevorzugen: In den beliebten Sektoren «Pimper’s Para- dise» und «Hatha» erreicht man meist nach 15 Metern Wandhöhe den Umlenker. Wer es höher und schwieriger mag, quert zu den Sektoren «Frutti d’amore» und «Fight Club». Technische Platten, trickreiche Verschneidungen und sogar komplett löcherzerfressene Felsen beherbergen Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Vor allem im Bereich zwischen 6a und 6b gibt es die grösste Auswahl. Und wer sich gerade sein erstes Trad-Rack – also einige Cams und Keile – zugelegt hat, findet hier sogar Übungstouren von 5a bis 6b zum Selbstabsichern. Diese Routen sind meistens cleane Varianten zu eingebohrten Routen, die alle einen gebohrten Umlenker haben, beschrieben im Kletterführer «C(H)lean! » Von Silvan Schüpbach und Tim Marklowski (SAC-Verlag), der auch bei Bächli Bergsport erhältlich ist. Ort: Claro, 269 m Gestein: Gneis Ausrichtung: Süd/West Hervorragender Gneis, ein ruhiger, lichtdurchfluteter Kastanienwald und anspruchsvolle Routen: Sotarègn ist die perfekte Spielwiese für Wintermonate. Beste Jahreszeit: Frühling und Herbst Absicherung: perfekt mit Bohrhaken, vereinzelte Trad-Routen Schwierigkeit: 5c+ bis 8a+, hauptsächlich im mittleren bis oberen Schwierigkeitsgrad Für diese Felsen kann man es sich sogar erlauben, das weltberühmte Cresciano unbekümmert unter sich zu lassen: Claro und Sotarègn sind zwei wunderbare Klettergärten hoch über dem Lärm des Talbodens – und hoch über dem Bouldergebiet Cresciano. Über die kleine Mautstrasse geht es in engen Kehren bergauf, vorbei am Monastero di Santa Maria, und schon befinden sich Kletterinnen und Kletterer in einem märchenhaften Kastanienwald. Bei üppigem Laubstand muss man schon mal ein wenig suchen, bis man auf kleinen Wegen die sieben Sektoren des Klettergartens Claro findet – überlaufen ist dieses Gebiet jedenfalls nicht. Bereits in den 80er-Jahren hinterliessen die lokalen Kletterer hier die ersten Spuren, bis heute gibt es noch offene Projekte und Neuland. Fantastisch ist der Gneis jedenfalls in all seinen Erscheinungsformen: von der erbarmungslosen Platte bis zum steilen Überhang – Vielfalt wird hier grossgeschrieben, in Claro findet jeder sein persönliches Testpiece. Wer dem Mautsträsschen noch weiter nach oben folgt, der findet kleine Tessiner Bergsiedlungen mit den typischen Steinhäuschen, heute wohl oft mehr idyllische Sommerdomizile als landwirtschaftliche Notwendigkeit. Hinter einer dieser Siedlungen erhebt sich ein weiteres Highlight: die rot-gelben Felsen von Sotarègn. Der Klettergarten bietet viele Routen mit fingerlastigen Boulderpassagen. Zwar sind die Routen hier nicht allzu lang, dafür aber durchwegs genial. Und wer will, kann neben seinen Freunden auch noch seine Friends einpacken: Einige der Risslinien sind auch «trad», also bohrhakenfrei zu meistern. Eine Spielplatz, der einen lange beschäftigen kann – mit der weltberühmten Fünf-Sterne-Felsqualität eines Cresciano, aber ohne die dazugehörigen Massen dazu. Foto: Simon Schöpf Fotos: Simon Schöpf, Nicolas Joray/Ticino Turismo «Von der erbarmungslosen Platte bis zum steilen Überhang – in Claro findet jeder sein persönliches Testpiece.» ‹1› Risse, Verschneidungen und Überhänge: Mittlerweile stehen in Claro um die 90 Routen zur Auswahl. Wenn Klettern auf Kultur trifft: Die auf über 1100 Metern liegende Gemeinde Sobrio ist ein typisches Tessiner Bergdorf. Ort: Sobrio, 1128 m Gestein: Gneis Ausrichtung: Süd Beste Jahreszeit: ideales Ganzjahresgebiet Absicherung: überwiegend gut, teils weite Hakenabstände Schwierigkeit: 4c bis 8a+, hauptsächlich 5c bis 6c ‹2› 28 29

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