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Inspiration Nr. 04 - 2022

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Expert Kältemittel

Expert Kältemittel Expert Warm von Kopf bis Fuss Bei klirrender Kälte und harschen Bedingungen ist nicht nur eine wärmende sowie wind- und wasserdichte Bekleidungsschicht elementar, am Ende sind es oft die kleinen Helfer, die uns weitergehen lassen: von Heizsocken über Balaclavas bis zu windbeständigen Sonnencrèmes – unterschätzte Accessoires mit grosser Wirkung. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Ganz so simpel ist es beim Bergsteigen natürlich nicht – dennoch steckt ein Funken Wahrheit in dem altbekannten Sprichwort: Bis zu einem gewissen Punkt schützt die richtige Ausrüstung gegen Niederschlag, Kälte und Wind. Hilfreich sind dabei allerdings nicht nur die dreilagige wind- und wasserdichte Hardshell oder die isolierende Daunenjacke, sondern vor allem kleine Dinge, die bei widrigen Bedingungen grosse Wirkung zeigen: von Heizsocken über Balaclavas bis hin zu windbeständigen Sonnencrèmes hält der Outdoormarkt einiges parat, um selbst bei eisigem Wind, zweistelligen Minustemperaturen oder bei nasskaltem Wetter den Winter zu geniessen. Textil trifft Elektronik Wie schnell man sich schwerwiegende Erfrierungen zuziehen kann, hat nicht zuletzt der Fall der amerikanischen Profialpinistin Anna Pfaff bei ihrer Alaska-Expedition Ende April gezeigt: Obwohl sie während Text Nadine Regel des Gipfelanstiegs keine extreme Kälte verspürte, erlitt sie so schwere Erfrierungen an den Füssen, dass man ihr später im Krankenhaus fünf Zehen amputieren musste. Natürlich ist das der Extremfall – und Alaska nicht die Schweiz –, dennoch sind Frostbeulen und Erfrierungen auch in den Alpen keine Ausnahme. Für Bächli-Produktmanager Ernst Schärer sind Heizsocken das erste und beste Mittel gegen kalte Füsse – zumal die beheizbaren Socken präventiv zum Einsatz kommen: «Am Anfang des Tags stellt man die Socken etwas wärmer ein, bis man eine gute Temperatur erreicht hat. Dann stellt man sie auf mittlere Temperaturen runter – so erreicht man gar nicht erst den Punkt, dass man kalte Füsse bekommt», erklärt der Experte. Die Heizsocken funktionieren über wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus, die am Bund mit Druckknöpfen befestigt werden und je nach Akku-Modell und Heizstufe zwischen zwei bis zwanzig Stunden wärmen können. Die Akkus versorgen die im Gewebe eingearbeiteten Heizspiralen. Die beheizte Zone befindet sich an den Zehen, von wo sich die Wärme optimal über den gesamten Fuss verteilt. Generell können Heizsocken eine Temperatur von bis zu 60 Grad erreichen, die höchste Heizstufe sollte aber nur wenige Minuten eingeschaltet sein, da sonst Verbrennungen drohen. Für eine behagliche Wärme sind die niedrigste oder mittlere Stufe ausreichend. «Da ist ein Skitag von acht Stunden zum Beispiel kein Problem», sagt Schärer. Reguliert wird die Heizfunktion über eine Taste am Akku oder über eine App, die via Bluetooth mit dem Akku verbunden ist. So muss man nicht erst die Hose hochkrempeln, um die Temperatur einzustellen. Marktführer in diesem Bereich ist die österreichische Firma Lenz, die von beheizbaren Kompressionssocken (Heat Sock 6.0 Toe Cap Merino Comp.) bis zu Modellen für schmale Füsse (Heat Sock 5.0 Toe Cap Slim Fit) eine breite Produktpalette anbietet. Die Verarbeitung von Merinowolle sorgt währenddessen für hohen Tragekomfort und guten Feuchtigkeitstransport. So sind die Heizsocken nicht Illustration: Saija Sollberger Overboots Für Expeditionen bei Extremtemperaturen gibt es Übergamaschen, die über den gesamten Berg- oder Skitourenschuh gestülpt werden. Sie sind kompatibel mit Steigeisen und Pin-Bindungen. Kältesalbe Die spezielle Bergsport-Crème spendet nachhaltig Feuchtigkeit. Die Haut wird widerstandsfähiger und schützt vor Wind, extremer Kälte und Sonneneinstrahlung. Baclava Die Sturmhaube (Balaclava) schützt den Kopf, die Ohren, die Lippen und die Wangen vor Wettereinflüssen und ist ein wirksames Mittel, um den Wärmeverlust über den Kopf zu minimieren. 20 21

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