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Inspiration 4/2017 de

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PARTNERCHECK setzt.

PARTNERCHECK setzt. Natürlich auch dank anderer, grösserer Marken, die nachzogen und wichtige Marketing-Arbeit für das Auftriebsprinzip leisteten, wie Erni unumwunden zugibt. Dass der Red Apple kein One-Hit-Wonder blieb, verdankt die Firma dann auch einem glücklichen Umstand: Cattaneo und Baud gelang es, im Jahr nach dem «Red Apple» eine aufgegebene Produktionsstätte in Tunesien zu übernehmen. Etwas südlich von Tunis hatte auch die Snowboardfirma Nidecker erste Infrastrukturen errichtet, sodass in dem nordafrikanischen Land das Knowhow in der Holzpressverarbeitung stetig wuchs. Mit der eigenen Produktionsstätte kann die nahezu unglaublich kleine Firma – noch immer zählt die Belegschaft in Puidoux nur zehn Personen – in grosser Unabhängigkeit Skimodelle in die Tat umsetzen. «Wir wären niemals da, wo wir sind, wenn wir nicht die eigene Herstellung hätten», sagt Erni. «Wenn wir, wie so viele andere, kleine Marken, bei Fremdherstellern fertigen müssten, hätten wir sicher keine X-Series machen können.» Keine engen Produktionsfenster, keine Vorgaben, keine Angst, kopiert zu werden: «Das ist unser Spielplatz, und wir müssen ihn nicht teilen. Darum sind wir so erfolgreich«, sagt Erni. Die Unabhängigkeit in der Produktion kostet Movement mit einer bemerkenswerten Innovationsfreudigkeit aus. «Wir haben nie viel Geld in Werbung gesteckt», erzählt Erni in den blitzsauberen Showrooms in Puidoux, «lieber in neue Formen und Materialien». In den erwähnten X-Series wurde eine besonders leichte und haltbare Bretter für die Welt: Serge Baud (re.) ist der Gründer und Kopf von Movement. Seinen Brettern vertrauen auch Weltklassefahrer wie Aurélien Ducroz (li.) Glasfaserverarbeitung verbaut, wie sie auch in der Top- Jacht Alinghi zum Einsatz kam. Horizontal verbaute Seitenwangen, eigens angefertigte, in fünf Richtungen verklebte Kohlefasermatten, fliessende Übergänge von der Bindungsplatte in die Schaufel für hohe Torsionswerte: An Ideen herrscht bei Movement kein Mangel, und dank der eigenen Produktion sind die Prototypen fünf Wochen später im Schnee. Wer nun ein gigantisches Entwicklungsbüro in Puidoux vermutet, in dem hochkomplexe CAD-Programme auf den Bildschirmen flimmern, liegt daneben. «Wir haben es mit Millimeterpapier und Metallschablonen gelernt», sagt Erni, «und es funktioniert. Wir bauen vor allem mit Erfahrung.» Keine Berechnung MEILENSTEINE 2001 2003 2004 2005 MOVEMENT bringt die erste Kollektion heraus Der THUNDER ist der breiteste kommerzielle Freerideski (87 mm) Der RED APPLE ist der erste Touren ski mit einer Mittenbreite über 70 mm MOVEMENT beginnt, eine eigene Produktion in Tunesien aufzubauen 44

MOVEMENT Nach den wilden «Fantasy Island»-Designs der frühen Jahre dominiert bei Movement-Showroom heute der Minimalismus: Edles Schwarz, gezielte Farbtupfer. «My ski is hard»: Reggae-Sound in der Lagerhalle, alle Paletten fertig zum Ausliefern. Bei Movement trifft Freigeist auf Unternehmergeist. von Zugfestigkeiten, keine Simulationen am Rechner? «Wir testen nicht im Labor, sondern auf Schnee. Das wirkt altmodisch, aber es zeichnet uns aus. Wenig mit CAD zu machen, heisst nicht, dass das Produkt am Ende nicht revolutionär sein kann.» Skibau nach alter Schule, Trial and Error, ganz im Geiste, in dem Serge Baud seinem Freund und «Teamfahrer» Jean-François Cattaneo die Snowboards in der Garage laminierte. Was Movement auszeichnet, hält auch die Firmengrösse überschaubar. «Wir sind alle Skifahrer. Von der ersten Idee bis zum Vertrieb an die Händler sind die gleichen Leute wie bei der Gründung beteiligt. MOVEMENT BEI BÄCHLI baechli-bergsport.ch/De/ Marken/Movement 2010 2014 2015 Die X-SERIES läutet eine neue Ära im Skileichtbau ein MOVEMENT entwickelt einen eigenen Skitourenschuh Entwicklung einer Skitourenausrüstung (Ski und Schuh) für Junioren INSPIRATION 04 / 2017 45

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