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Inspiration 4/2017 de

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MSR-French-Lightning-Ad.indd 2 10/9/17 12:17 PM HOCHGENUSS Ambäck machen moderne Volksmusik ohne Tracht. Weltkriegs kaum Konkurrenz aus dem Ausland gab». Mit dem raschen Einzug französischer und amerikanischer Musik nach Öffnung der Grenzen, galt die Ländlermusik zunehmend als rückständig. «Hudigäggeler», wie die Ländlermusik abschätzig genannt wurde, war insbesondere bei der jungen Generation verpönt. Zementiert wurde das konservative Image noch durch Fernseh-Shows wie das Musikantenstadl oder Volksmusiksendungen von Wysel Gyr. Er, «der Ländlerpapst», bestimmte «was gottgefällig sei, und was des Teufels», spitzt es Tonkünstler Christian Zehnder zu. Er weiss, wovon er spricht: Mit seinem Duo «Stimmhorn» verband er Naturtöne, Instrumente, Obertongesang und Jodel zu experimenteller Ethno-Musik, die ihm nationale und internationale Auszeichnungen einbrachte. Ähnlich mischte Christine Lauterburg in den 90ern mit der Fusion von Jodel und Techno die traditionelle Szene gehörig auf. 1993 wurde sie dafür vom Jodlerverband ausgeschlossen. CONQUER THE CLIMB PETER MATHIS LIGHTNING ASCENT ALL-TERRAIN TRACTION Ultralight and aggressive all-terrain snowshoes. Learn more at msrgear.com

PM BERGMUSIK NEUE MUSIK AUF ALTEN INSTRUMENTEN Einer der frühesten Schweizer Wegbereiter der Neuen Volksmusik war der Hackbrettler Töbi Tobler. Zusammen mit dem Kontrabassisten Ficht Tanner gründete er 1980 die Gruppe «Appenzeller Space Schöttl». Ihrem Namen alle Ehre machend, führten sie mit ihren Freejazz- und Hardrock-Improvisationen die traditionelle Appenzeller Musik in wahrhaft neue Sphären. Landesweite Anerkennung fand das «Neue Original Appenzeller Streichmusikprojekt», das urtümliche Appenzeller Musik kreativ weiterentwickelte. Hier wirkte auch Noldi Alder massgeblich mit. Er, der zur vierten Generation der Appenzeller Volksmusik-Dynastie Alder gehört, bezeichnet sich selbst als «Erneuerer der Schweizer Volksmusik». FOTOS: RAFAEL BRAND (LINKS), THOMAS RADLWIMMER (RECHTS) Junge Musiker wie Christoph Pfändler führen diese Erneuerung fort. Pfändler «entrockt» dem Hackbrett bei Auftritten seiner «Metal Kapelle» alles andere als traditionelle Weisen. Aber auch so altmodische Instrumente wie die Handorgel haben ihre Neuerer gefunden, etwa mit dem Schwyzer Markus Flückiger oder dem Andermatter Fränggi Gehrig, die in ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen neue Akkordeon- und Schwyzerörgeli-Töne anschlagen. Etwas seltener werden dem Alphorn ungewohnte Klänge entlockt. Allerdings war vor 40 Jahren das «Pepe Lienhard Sextett» dank Mostafa Kafa'i Azimis verblüffendem Alphorn im Eurovisions- Beitrag «Swiss Lady» wochenlang die Nummer eins der Hitparade. Ein Jahrzehnt später sorgte das Alphorn durch Hans Kennels Formationen «Alpine Jazz Herd» und «Alpine Experience» nochmals für Aufsehen, wenn auch nicht mit einem Pop-Song, sondern mit Ethno-Jazz. Kennel war es, der den gegenwärtig weltweit virtuoses- «Ich hole mir die Inspiration von den Alpen – sie bleiben die Wurzeln meines Schaffens.» CHRISTIAN ZEHNDER, NATURTONVIRTUOSE Jodel- und Naturtonvirtuose Christian Zehnder. ten Alphornspieler überhaupt erst zu diesem Instrument brachte: Arkady Shilkloper aus Moskau, der von Jazz bis Klassik alle Genres auf dem langen Horn beherrscht. Shilkloper kann nicht ganz verstehen, warum es nicht mehr Alphornspieler ausserhalb der Volksmusik gibt: «Jeder gute Waldhornspieler brächte jedenfalls die Voraussetzungen mit.» BOOM IN BAYERN UND ÖSTERREICH Mehr Furore macht die Neue Volksmusik aber in unseren Nachbarländern, wo sie wesentlich radikaler auftritt: In Österreich mit Hubert von Goisern und Herbert Pixner, «Attwenger», «Global Kryner» und dem «Holstuonarmusigbigbandclub»; in Bayern durch den «Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn» oder «La Brass Banda». Blasmusik ist wieder hip, vor allem bei den Nachbarn in Österreich und Süddeutschland , wo Brass in allen möglichen Kombinationen brummt wie noch nie: Die Wiener Kultkombo «Mnozil Brass» füllt weltweit die renommiertesten Säle, und «Da Blechhauf’n» rockt INSPIRATION 04 / 2017 39

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