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Inspiration 4/2017 de

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Diskreter Luxus: Rund um

Diskreter Luxus: Rund um Gstaad können Skitourengeher einsam den Pulverschnee geniessen, während die Promis die Korken knallen lassen. PROMI-TOUR 22

WEGWEISER GSTAAD TEXT & FOTOS CHRISTIAN PENNING In Gstaad lassen nicht nur Stars und Sternchen die Champagnerkorken knallen und den Schnee stauben, auch prominente und vor allem lohnenswerte Skitourengipfel gibt es eine Menge. Arnold Hauswirth nickt dezent. Ja, natürlich hat auch er als Bergführer und Skilehrer schon den einen oder anderen Prominenten auf Gipfel geführt oder ihm gezeigt, wie man im Pulverschnee am besten die Kurve kratzt. Doch als es ums Namedropping geht, wird der schnauzbärtige Mittfünfziger einsilbig. Es mag wohl gerade an der unaufdringlichen Verschwiegenheit liegen, an dieser unaufgeregten, gelassenen Selbstverständlichkeit, weshalb Gstaad bei vielen Promis so hoch im Kurs steht. Diskretion ist Teil des Luxus, den der einstige Weiler seit rund 100 Jahren seinen betuchten Besuchern bietet. «Genau deshalb fühlen sie sich hier so wohl. Wenn Madonna auf die Piste geht oder einst David Bowie seine Skier auspackte, dann wird hier kein Aufheben drum gemacht. Gstaad hat etwas Mondänes und ist trotzdem ganz normal. «Deswegen fühlt sich bei uns auch der Tourengeher aus Bern wohl oder die Familie aus Zürich, die hier ein paar Tage im Schnee verbringen wollen», lenkt Arnold die Unterhaltung weg vom doch bisweilen nervenden Promi-Thema. Und dann kommt er doch auf ein paar Berühmtheiten zu sprechen – nein, keine Leinwandhelden oder Finanzgrössen. Arnold erzählt von lokalen Grössen, von sanften Charakteren, aber auch von rauen Kerlen, die selbst ausgefuchsten Tourengehern schon mal die kalte Schulter zeigen. Er meint die umliegenden Gipfel: die Dreitausender, die südlich von Gstaad die Grenze zum Wallis markieren, aber auch die zahmeren Erhebungen wie das Wannehörli bei Saanenmöser oder das Steinmandli im Turbachtal. «Dank des Talkessels sind viele der einfacheren Touren windgeschützt, ideal zum Pulverfahren im Hochwinter», verrät Arnold. Zu den prominentesten, aber exponierteren Erscheinungen zählt die 2542 Meter hohe Giferspitz. 1500 Höhenmeter erhebt sie sich über den Ortskern von Gstaad. «Eine durchaus anspruchsvolle Unternehmung», gibt der Bergführer Jürg und Sibylle zum Tourstart mit auf den Weg. Doch aus dem Turbachtal hinauf zum Weiler Bärgli und zum Fuss des Gipfelmassivs geht es erst mal entspannt dahin. Verschneite Alpwiesen wechseln mit lichten Wäldern – typisch für das Saanenland. Auch wenn unten im Talboden die Learjets landen, die Kuhweiden prägen immer noch die Landschaft. 80 Alpen und 7000 Kühe gibt es in Gstaad – genauso viele wie Einwohner. Ein Zeichen für die trotz Glanz und Glamour noch allgegenwärtige Bodenhaftung der Bevölkerung. Nur nicht den Boden unter den Füssen verlieren: Das ist auch Sibylles Ziel, als im zweiten Teil des Aufstiegs der steile Aufschwung am teils ausgesetzten Giferspitz- Nordgrat beginnt. Der erfahrene Freerider Jürg zeigt sich weniger beeindruckt von der schroffen Art des Promigipfels und legt mit überlegten, festen Tritten die Spur. Mit jedem Schritt nach oben gleicht die Perspektive mehr dem Blick von einem Gleitschirm, besonders, als nach gut vier Stunden Aufstieg der Gipfel erreicht ist. «Ach, wer braucht schon einen Heli!», winkt Jürg beim Gipfelpicknick mit elitärem 360-Grad-Panorama jovial ab. «Dank des Talkessels sind viele der einfacheren Touren windgeschützt, ideal zum Pulverfahren im Hochwinter.» INSPIRATION 04 / 2017 23

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