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Inspiration 4/2017 de

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Perfekte Kombination aus

Perfekte Kombination aus Anstieg, Abfahrt und Panorama: Wer im Val d’Anniviers die Bahnen mitbenutzt, sammelt ordentlich Abfahrtstiefenmeter. DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN

WEGWEISER VAL D’ANNIVIERS TEXT & FOTOS CHRISTIAN PENNING Was ist besser: Freeriden oder Tourengehen? Oder beides in Kombination? Freetouring – die perfekte Symbiose zweier faszinierender Disziplinen. Ein Ski-Trip ins Val d’Anniviers, mit rassigen Freeride-Abfahrten und Aufstiegen mit unvergesslichem Viertausender-Panorama, mit heimeligen Bergdörfern und wilden Gletschern. B isweilen gestaltet sich die Suche nach Pulverschnee nicht gerade einfach. Selbst nicht für François Epiney. Der drahtige Walliser ist im Val d’Anniviers aufgewachsen und kennt als Bergführer zwischen Illhorn und Zinalrothorn jeden Buckel der Region wie seine Westentasche. Zu den Fältchen, die die Witterung in den Jahrzehnten am Berg in seinem sonnengegerbten Gesicht hinterlassen hat, gesellen sich an diesem Morgen noch ein paar mehr. «Das war bislang der schneeärmste Winter, seit ich mich erinnern kann», meint er. Trotzdem ist François guter Dinge, als er die Routen für den Tag vorstellt. «Wir werden schon etwas finden», verspricht er. «Wäre doch gelacht!» Minuten später schwebt die Gondelbahn von Grimentz hinauf nach Bendolla. Ein Trip zwischen zwei Welten beginnt: ein Mix aus Freeriden und Tourengehen. Mit Liftfahrten und kurzen Aufstiegen im Tourengelände – sowie langen, lohnenswerten Freeride-Abfahrten. Häu- Nach Norden ist der Kamm abgeblasen und verharscht. Dafür entschädigt nach Süden der Blick auf die Felspyramide der Dent Blanche. ser mit groben Holzbalken ducken sich an den sonnigen Hang. Aus der Vogelperspektive werden sie schnell kleiner. Eine Kulisse wie aus einem Heidi-Film. «Kein Wunder», erzählt François mit «eine herrlische französische Accent»: «Die Bergstrasse nach Grimentz wurde erst in den 1950er-Jahren für den Bau des Stausees Lac de Moiry angelegt.» Der Nachbarort Zinal, eine einstige Maiensäss am Talschluss, ist gar erst seit 1957 mit dem Auto erreichbar. Noch immer gleicht die Strasse von Sierre herauf einem Labyrinth aus Kurven. Bis zu den ersten Kurven auf Ski sind noch drei weitere Lifte und ein kurzer Aufstieg zu Fuss nötig. Das erste Couloir, das vom Kamm des Roc d’Orzival nach Norden abfällt, sieht recht abgeblasen und verharscht aus. Freund Luggi ist schon nahe daran, die Hoffnungen auf Pulver an diesem Tag zu begraben. Doch zumindest das Panorama nach Süden entschädigt. Wie eine felsige Pyramide ragt der 4375 Meter hohe Gipfel der Dent Blanche in den blauen Himmel, links dahinter spitzt die Nordflanke des Matterhorns heraus. Luggi ist wieder versöhnt mit der Welt. «Willkommen im Reich der Viertausender», leitet François seine Gipfelschau ein. «Dort im Nordosten: Jungfrau und Finsteraarhorn, dann östlich das Bishorn, das Weisshorn, hinten der Dom. Südlich das Zinalrothorn, das Obergabelhorn, die Dent Blanche ...!» – «Hammer!», schwärmt Luggi. «Komm, du wirst gleich noch mehr begeistert sein», schwört François und stapft den Grat entlang. Gerade mal 100 Meter weiter öffnet sich nach einer steilen Rinne ein weiterer Bergkessel – mit dick Schnee, unverspurt. INSPIRATION 04 / 2017 13

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