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Inspiration 3/2018 dt

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GIPFELTREFFEN KATHARINA

GIPFELTREFFEN KATHARINA HABERMANN «VERZICHTEN HAT MEIN LEBEN BEREICHERT» Meteoras Konglomerattürme sind gebietstypisch spärlich abgesichert. Oben wartet eine atemberaubende Aussicht. Den Job einfach kündigen. Um ohne Zeitdruck zu reisen. Und um die besten Kletter-Spots der Welt zu erobern. Ein Traum, der es für die Allermeisten bleiben wird. Katharina Habermann hat es getan und führt mit ihrem Partner seit eineinhalb Jahren das Leben eines «dirtbag climbers». Im Interview spricht sie über die perfekte Kombination aus Klettern und Reisen. Und warum Loslassen und Verzicht ihr Leben so bereichert haben. INTERVIEW MORITZ BECHER Katharina, wo wohnst du gerade? Offiziell gemeldet bin ich im Moment in meinem Elternhaus nördlich von München. Aber wohnen in dem Sinn? Eigentlich nirgendwo – und überall. Das bedeutet …? … dass mein Freund James und ich seit circa eineinhalb Jahren unsere beiden grossen Leidenschaften, Reisen und Klettern, kombinieren – als Reise ohne Endtermin. Hattest du das schon länger geplant oder war es eher eine spontane Entscheidung? Während meines Sportstudiums gab es zwei Erlebnisse, die den Wunsch, lange auf Reisen zu gehen, geweckt haben. Einerseits ein dreimonatiger Trip nach Neuseeland und Australien. Ich war überwältigt von den Ländern und der Freiheit, die ich dabei verspürt habe. Aber ich habe immer die Reisenden beneidet, die dort ohne Zeitdruck unterwegs waren. Das andere einschneidende Erlebnis war 2001 der plötzliche Tod meiner Mutter. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, über das Leben und darüber, was es sinn- und wertvoll macht. Meine Erkenntnis war damals schon: «Du musst dein Leben wirklich voll und ganz leben und nichts auf später schieben.» Wie lange hat es dann gedauert, bis du den Ausstieg wirklich gewagt hast? Eine ganze Weile. Nach dem Studium habe ich zwölf Jahre bei Mammut, adidas und Arc’teryx in der Kommunikation gearbeitet. Mit jedem Jahr hat es mehr in mir gebrodelt. Allerdings brauchte es wohl noch einen externen Auslöser. Das war mein jetziger Freund James, den ich FOTOS: ARCHIV KATHARINA HABERMANN, MORITZ BECHER 32 INSPIRATION 03 / 2018 33

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