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Inspiration 3/2018 dt

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RUBRIK UNTERRUBRIK WEGWEISER ALPENCROSS TEXT & FOTOS CAROLINE FINK EINMAL LÄNGS DURCH Sie sind 1200 Kilometer lang, erheben sich bis in den Himmel und verbinden Länder und Kulturen – die Alpen. Beim mehrjährigen Projekt «TransalpSki» durchqueren die Bergführer der Bergsportschule bergpunkt und ihre Gäste den gesamten Alpenbogen von Nizza bis Wien. Der Taxifahrer in Nizza schüttelt den Kopf. Immer wieder. Schweizer mit Tourenski an der Côte d’Azur – nein, so etwas sieht er nicht alle Tage. Er versteht unseren Plan nicht, ist aber einverstanden, einen Umweg zu fahren für dieses eine Foto: wir mit Ski am Meer. Minuten später stehen wir am perfekten «Kodak Point» und posieren vor der Weite des Mittelmeers. Den Geruch von Salz in der Nase, Sand unter den Füssen, während die kühle Morgenbrise durch die nahen Palmen streicht. Es ist der Auftakt einer langen Geschichte. Einer Geschichte, der sich die Bergsportschule bergpunkt seit 2014 widmet: gemeinsam mit ihren Gästen die 1200 Kilometer der Alpen, von Nizza bis Wien, per Tourenski zu durchqueren. Stück für Stück, auf mehreren Tourenwochen pro Jahr – jeweils im Süden des Alpenbogens, in der Schweiz und im tiefen Osten. Es ist ein Projekt, während dem wir Skitourer angesichts der Wucht und Weite der Alpen immer wieder ganz klein werden. Die Seealpen – auch Alpi Marittime oder Alpes Océanes genannt – führen es uns gleich auf der ersten Tourenwoche vor: Als wären die Berge gestern erst dem Meer entstiegen, umtost uns ein Sturm wie auf hoher See, der ihre Türme und Zacken zu Siebentausendern im Kleinformat werden lässt. Die Kapuzen tief in die Stirn gezogen, den Blick auf unsere Skispitzen gerichtet, gehen wir zwei Tage lang voran, bevor es wieder aufklart. Auf los geht's los: Die erste Transalp-Gruppe von bergpunkt startet ihr Abenteuer am Strand von Nizza. Momente wie diese sind es, die Transalp-Gruppen in kurzer Zeit zu verschworenen Truppen schmieden. Egal, ob im Süden, im Osten oder in den Schweizer Alpen. Unglaublich sei die Stimmung auch auf der ersten Etappe der TransalpSchweiz gewesen, sagt Bergführer Thomas Theurillat, der die Woche leitete. «Die Tage zwischen Chamonix und dem Saastal waren weit mehr als eine Tourenwoche.» Man habe Freundschaften geschlossen, einen Verein namens «Pässli&Gipfel» gegründet und Transalp-Shirts drucken lassen. Wer Thomas zuhört, der es als Psychologe wissen muss, der merkt: So viel Freude in einer Gruppe erlebt auch er nicht alle Tage. VOM BERGBEIZLI ZUR JAUSENSTATION Transalp ist irgendwie anders. Vielleicht, weil das Tourengehen vertraut und das Erlebnis doch ein anderes ist. Allein die Sprachen! Etwa, wenn das Bergbeizli im österreichischen Stubai auf einmal «Jausenstation» heisst und wir auf der Terrasse in der Nachmittagssonne Johannisschorle und Topfenstrudel bestellen. Oder wenn wir in den Cottischen Alpen durch ein Grenzland ziehen, in dem sich Italien und Frankreich vermischen, und das vor allem eines ist: ein Teil von Okzitanien. Jenem provenzalischen Kulturraum, der die Alpen mit Südfrankreich und den Pyrenäen verbindet. Mit den Cottischen Alpen durchqueren wir die vielleicht einsamsten Gebiete des Alpenbogens. Während der Monviso 22 INSPIRATION 03 / 2018 23

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