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Inspiration 3/2018 dt

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WEGWEISER ENGADIN

WEGWEISER ENGADIN BEWEGUNGSFREIHEIT BERGAUF, POWER BEI DER ABFAHRT, KEINE KOMPROMISSE man sogar Bartgeier in den Aufwinden schweben. Diese nützlichen Aasfresser wurden Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet, konnten aber erfolgreich wieder angesiedelt werden. «Über zwei Dutzend junge Bartgeier hat man zwischen 1991 und 2007 im Rahmen eines internationalen Projekts im Park ausgesetzt», berichtet Domenic. S/L AB SHIFT MNC ABFAHRTS- PERFORMANCE Kleiner Grand Canyon der Schweiz: Eine Brücke führt hoch über den angestauten Spöl-Bach. Die Unterengadiner Dolomiten und das Ortlermassiv ziehen den Blick auf sich, und man muss sich zwingen, auf den Pfad statt in die Gegend zu schauen. Türkisblau leuchtet der Fluss Spöl aus den dunklen Wäldern herauf. Weiter unten im Tal lässt ihn eine Staumauer anschwellen. Die Engadiner Kraftwerke nutzen den Spöl seit den 1950er-Jahren, allerdings dürfen sie nicht das ganze Wasser zur Stromerzeugung verwenden, sondern müssen dem Fluss einen grösseren Teil als gewünscht überlassen. Das Rauschen kommt näher; in engen Kehren führt der Pfad vom Berg in den kleinen Canyon des Spöl. Eine Brücke bringt Wanderer schliesslich über den Schlund. Grundstein zum Schweizerischen Nationalpark legten. Der Raubbau an der Natur wurde in jener Zeit immer deutlicher. Die Wissenschaftler wollten eine Oase schaffen, in der die Natur sich selbst überlassen bleibt und wo sie ihre Entwicklung erforschen können. Mit den Jahren wuchs der Nationalpark im Osten Graubündens über das Val Cluozza hinaus auf jetzt 170 Quadratkilometer, was in etwa der Grösse des Kantons Appenzell-Innerrhoden entspricht. Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 80 Kilometern durchziehen ihn. Einst diente das Wegenetz der Alp- und Holzwirtschaft, dem Bergbau und der Säumerei. DEM WILD AUF DER SPUR Seit der Mensch die Natur in Ruhe lässt, kommen die urwüchsigen Bergföhren wieder zu ihrem Recht, eine für die Gegend typische Unterart der Bergkiefer. Und auch die Tiere haben sich aufgrund des Wegegebots an die Wanderer gewöhnt und zeigen weniger Scheu als anderswo. Das merkt man sofort, wenn man in rund zwei Stunden von der Chamanna Cluozza zum breiten Sattel des Murter hinaufwandert. Hier und da blinzeln Murmeltiere aus ihrer Deckung, und oben am Pass grasen ganze Herden von Steinböcken, Hirschen und Gämsen. Mit etwas Glück sieht SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK IN ZAHLEN 3165 METER MISST DER PIZ QUATTERVALS – DER HÖCHSTE GIPFEL. 18 KILOMETER DECKT SICH DIE NATIONALPARKGRENZE MIT DER LANDESGRENZE ZU ITALIEN. 100 VERSCHIEDENE VOGELARTEN GIBT ES IM NATIONALPARK, 60 DAVON BRÜTEN AUCH DORT. EIN HAUCH VON ROCKY MOUNTAINS Jenseits steigt man zur Bushaltestelle Vallun Chafuol auf. Eine in der Schweiz eigentümliche Landschaft breitet sich aus: weitläufige Bergföhrenwälder eingerahmt von schroffen Dolomitgipfeln und weichen Schuttkegeln. Man fühlt sich in die Rocky Mountains versetzt. Weil die Wanderwege im Wald verlaufen, bietet eine Fahrt mit dem Postauto den besten Blick – und eine auch von müden Beinen geschätzte Abkürzung zum Hotel Süsom-Givè am Ofenpass. Mit «auf der Schulter» lässt sich der Name des Hotels übersetzen, sagt Peider Andri Toutsch, der die Herberge in dritter Generation führt. Chamanna für Hütte, Vallun für Tal, Piz für Gipfel – man befindet sich in einem fremden Sprachraum. Rätoromanisch klingt italienisch – und ist doch ganz anders. Mit «Allegra», «Freue dich», grüsst man sich hier. Peider kocht wunderbar. Maronisuppe, Capuns und Gemspfeffer kommen auf den Tisch. Durch die Panoramafenster sieht man den Ortler in den Himmel wachsen, und weit unten badet das grüne und herbstlich verfärbte Band des Val Müstair in der Sonne. Vom Hotel führt der Weg in den Schatten von Kiefern. Weich federn die Schritte auf trockenen Nadeln. Es riecht nach Badezusatz. Zwischen den Bäumen hindurch blinzeln nahe Gipfel wie der Piz Daint. GERINGES GEWICHT TOUREN- TAUGLICHKEIT FUTURE AT PLAY Das Unternehmen produziert und vertreibt Schuhe, Bekleidung und Ausrüstung für eine Vielzahl von Outdoor-Sportarten. Die Produkte werden im firmeneigenen Annecy Design Center entwickelt, wo Ingenieure, Designer und Athleten zusammen an innovativen Lösungen arbeiten. Progressive Ausrüstung für mehr Freiheit für all’ jene, die die Natur als grosse Spielwiese sehen. 14 INSPIRATION 03 / 2018 15

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