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Inspiration 2/2018 dt

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P A R T N E R C H E C K

P A R T N E R C H E C K F I L I D O R

PARTNERCHECK FILIDOR ROTPUNKT INS ABENTEUER PLAISIR Beim Filidor-Verlag im Kandertal ist der Verleger auch Kletterer, Entdecker, Illustrator, Fotograf, Texter, Retoucheur und Layouter. Ein Unternehmen, ein Mann, sieben Professionen – vereint in einer Leidenschaft: Sandro von Känel führt das Werk seines Vaters Jürg weiter, um die schönsten Klettergebiete der Schweiz für Genusskletterer zugänglich zu machen. TEXT YVONNE INEICHEN FOTO: ARCHIV FILIDOR Die Plaisir-Führer aus dem Filidor-Verlag sind für Genusskletterer, was für einen Schüler das Alphabet. Die Initialzündung, dank der manch einer wunderbare Erlebnisse hat, die ihm sonst verborgen geblieben wären. Zu verdanken sind diese literarischen «Naturwunder» Jürg von Känel. Nach einer äusserst erfolgreichen Zeit als ambitionierter Kletterer widmete sich der Bergführer einer neuen Herausforderung. Jürg von Känel beschäftigte sich intensiv mit der Idee des Plaisir-Kletterns. Im Jahr 1992 veröffentlichte er sein Erstlingswerk «Schweiz plaisir». Wer glaubt, die Kletterszene hätte deswegen einen Kniefall gemacht, irrt. Kontrovers die Diskussionen bei den Passionierten. Hocherfreut das Echo der Genusskletterer. War vorher die Kletterwelt für viele eine Scheibe, wurde sie auf einmal rund. Der Filidor-Verlag war Pionier, hat Meilensteine gesetzt und tut es heute, rund 32 Jahre nach seiner Gründung, noch immer. Keine Selbstverständlichkeit. Denn der Verlag und die Menschen dahinter blieben von Schicksalsschlägen nicht verschont. Jürg verstarb im Jahr 2005. Seine Frau Berthi führte den Verlag weiter, unterstützt von Freunden, Verwandten und Sohn Adrian. Auch Jürgs Bruder Res von Känel sprang ein. Das Schicksal schlug erneut zu. Der Bergführer verunglückte im Jahr 2009 mit einem Gast am Breithorn tödlich. EINFACH LOSLAUFEN UND LERNEN Der zweite Sohn Sandro, eigentlich gelernter Schreiner, zögerte nicht und schloss die Lücke. Es war wohl eine Art Vorahnung, dass er im Jahr 2008, nach langer Pause, seine Kletterfinken wieder hervorgeholt hatte. «Ich bin ziemlich blauäugig losgelaufen, kannte die Szene nicht, die Erschliesser der Routen auch nicht. Ich habe mich einfach reingehängt und beim Umsetzen selbst viel gelernt. Vielleicht war es sogar ein Vorteil, dass ich wenig Ahnung hatte. Wer weiss, ob ich den Sprung sonst gewagt hätte?» So sieht Sandro seine ersten Jahre rückblickend. Reinknien, ausprobieren, lernen, gewissenhaft sein: Die Arbeit im und mit dem Verlag hat mit dem Klettersport viel gemeinsam. Vielleicht konnte das Vorhaben deshalb gar nicht schiefgehen. Weil Sandro von Känel wieder das INSPIRATION 02 / 2018 61

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