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Inspiration 03-2019

HOCHGENUSS KLEINE

HOCHGENUSS KLEINE BERGHOTELS CASA MARTINELLI, MAGGIA DAS BESTE AUS BEIDEN WELTEN casa-martinelli.ch Im Jahr 2008 wollte Monika Gmür ihrem Leben nochmals eine Wende geben: Sie verliess das sichere Heim am Zürichsee und klapperte das ganze Tessin ab, um ein Haus für ein kleines Hotel oder eine Pension zu finden. Nach langem Suchen verliebte sie sich in ein Zollhaus aus dem 17. Jahrhundert: die Casa Martinelli, ein solitärer Bau zwischen Brücke und Kirche am Dorfausgang von Maggia in Traumlage. Allerdings gehörte das Haus den Ordensschwestern von Don Guanella, die normalerweise keine Liegenschaften veräussern. Da es aber schon seit 20 Jahren leer stand, machten sie für Monika Gmür eine Ausnahme. Jedoch brauchte es noch den weiteren Glücksfall, dass ihr ein Baumeister den Kontakt zu Luigi Snozzi vermittelte, der an diesem Objekt ebenfalls Gefallen fand. Nach einer ersten Planung war klar, dass diese Casa, so stattlich sie erschien, zu klein war für ein Hotel. Der berühmte Tessiner Architekt entwarf einen puristischen Annex als Kontrast. Nach vier Jahren Bauzeit und Sanierung war die neue Casa Martinelli parat: Mit acht grosszügigen Zimmern im Neubau und zwei Einzelzimmern im Altbau, in dem sich auch der stimmungsvolle Frühstücksraum und die Bibliothek befinden. Im Gewölbekeller darf man sich jederzeit mit Tranksame und Maggia-Spezialitäten bedienen – und sich daran im grosszügigen Garten delektieren. Zu Beginn musste Monika Gmür allerdings erfahren, dass auch mit den reputierten Namen Martinelli (ein eingesessenes Maggia-Geschlecht) und Snozzi das Geschäft nicht von alleine läuft. «Erst als ich das Etikett ‹Boutique-Hotel› beifügte, hat es Klick gemacht», berichtet die Hotelchefin. Gewiss profitiere sie auch noch von einem anderen Namen, gesteht Monika Gmür: Ihr Vater war der bekannte Autor Hans Gmür. Und selbst bringt sie ein breites Kontaktnetz aus der Deutschschweiz mit. Doch die Promis kommen heute aus dem Maggiatal, respektive aus der ganzen Welt: Denn sie beherbergt seit Jahren die Stars des «Vallemaggia Magic Blues» Festivals, wie Joan Armatrading, Nazareth, Status Quo oder dieses Jahr Philipp Fankhauser und Ten Years After. Auch der kulturaffine Bundesrat Alain Berset logierte hier schon auf dem Weg zu einem Auftritt. Geschätzt wird die ruhige Unterkunft auch von Gästen des Locarno Film Festivals, die sich nach dem mondänen Trubel ins Maggiatal zurückziehen können. «Die zentrale Lage mitten im Maggiatal bietet eben die Annehmlichkeit, die Natur und die Berge geniessen zu können, und zur Abwechslung doch schnell in Ascona oder Locarno zu sein, um einem der Festivals beizuwohnen», sagt die charmante Gastgeberin. So haben sie eben «The best of both worlds»! LE PETIT RELAIS, SAANENMÖSER ZWEI-STERNE-LUXUS lepetitrelais.ch Der Name ist ja neckisch: Er ist zum einen eine Anspielung auf all die Relais und Grand Hotels, die sich im Saanenland in seltener Dichte finden. Le Petit Relais will aber genau einen Kontrapunkt dazu setzen: Als einziges «Nur-2-Sterne-Hotel» weit und breit ist es besonders exklusiv. Saanenland Tourismus ist froh, dank diesem Haus in dieser Kategorie überhaupt eine Unterkunft anbieten zu können, und zudem noch eine sehr empfehlenswerte. Gerade preisbewusste Familien und junge Paare lockt es an, nur wenige «Sterngucker» hält es ab … Bikehotel mit der nötigen Infrastruktur – und einem Whirlpool, um die müden Beine zu entspannen. Doch das 2-Sterne-Hotel funktioniert nur dank seines schlanken Betriebs: Thomas Kernen und seine Frau Solveig schmeissen das ganze Hotel mit elf Zimmern quasi alleine, Aushilfen werden nur hinzugezogen, falls Not am Mann ist. Einen einzigen Abstrich gibt es beim Service: Auch beim Abendmenü gilt Selbstbedienung. Nach den Salaten gibt es ein Buffet mit grossen Töpfen auf heissen Platten, an dem sich die Gäste frei bedienen können. An der Qualität soll’s deswegen keinesfalls fehlen – Köchin Solveig bereitet alle Speisen frisch und sehr kreativ zu. Und die Gastfreundschaft der Besitzer ist sowieso überdurchschnittlich. «Dieser unkomplizierte Verköstigungsstil wird vor allem von Familien ausserordentlich geschätzt», erzählen die beiden. «Abgesehen davon, dass er preiswert ist, kann jeder so viel schöpfen, wie er mag.» Gut aufgehoben fühlen sich Familien aber auch dank der geräumigen Familienzimmer, der in die Lounge integrierten Spielecke und dem kleinen Spielplatz. Zudem sorgt Hotelierssohn Janne dafür, dass es den kleinen Gästen nie an einem Spielgefährten fehlt! Mehr als zwei Sterne: Das Petit Relais ist eine familienfreundliche Unterkunft für Biker und Wanderer. Informationen zu den Berghotels finden Sie unter: baechli-bergsport.ch/berghotels DAS PASSFORM WUNDER Altes Zollhaus mit modernem Anbau: Zentral einsam liegt die Casa Martinelli am Dorfausgang von Maggia. Der einfache Stil und die französische Bezeichnung liegen quasi in der Familie: Die Eltern von Solveig Lanz Kernen führten den Betrieb rund 35 Jahre als «Ferienkolonie Le Refuge». Immerhin steckt hinter der Bezeichnung noch eine weitere Idee: «Weil das Hotel just am höchsten Punkt der Nationalen Velolandroute 9 liegt, soll es für die Radler auch eine Relaisstation im hergebrachten Sinne sein – ein Etappenhalt», sagt Solveig, die selbst aktive Bikerin ist. Auch wenn die Velotourer noch nicht dominieren, das Le Petit Relais ist ein zertifiziertes Island MFS Active „rock“ (auch als Damenmodell erhältlich) 56 www.meindl.de

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