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Inspiration 03/2016 dt

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In den 30ern liegt ein

In den 30ern liegt ein Schwerpunkt der Produktion auf Rucksäcken, Zelten und verschiedenen Lederartikeln. 1976 fertigt Norrøna Bergjacken und -hosen aus Baumwollstoff. Für extreme Ansprüche 1948 übernimmt sein Sohn Bjarne die Geschäftsleitung und ergänzt die Produktion um einen Handel mit Garten- und Campingartikeln. Anfang der 70er-Jahre überträgt er das Unternehmen wiederum an seinen Sohn, Ole Jørgen, der sich wieder ganz auf die Entwicklung von Rucksäcken, Zelten und Outdoor-Bekleidung konzentriert. Dazu holt er sich die Unterstützung von Tomas Carlstrøm, dem Gründer des später in ganz Skandinavien bekannten Bergsportladens «Skandinavisk Høyfjellsutstyr». Eine stimmige Verbindung: Der begeisterte Kletterer und leidenschaftliche Tüftler wird für 36 Jahre mit Norrøna zusammenarbeiten. In dieser Zeit ist er massgeblich an vielen Innovationen beteiligt. Kurz nach seiner Einstellung präsentiert Norrøna «Ravneskar», das erste Tunnelzelt, das über zwei Eingänge verfügt. Im gleichen Jahr stattet das Unternehmen die ersten Rucksäcke mit gepolsterten Hüftgurten aus. 1975 stellt man den ersten winddichten Arktis-Anorak vor. 1977 fertigt man als erster Hersteller in Europa den Prototypen einer Jacke aus Gore- Tex. «Auch jetzt schaut Carlstrøm noch ab und an vorbei», erzählt Jørgensen Junior. Oftmals kommen Alpinisten mit konkreten Wünschen auf Norrøna zu – einer Jacke, einem Rucksack, die extremen Ansprüchen genügen sollen. In den 70ern und 80ern rollt eine wahre Expeditionswelle über die Berge der Welt, bei vielen Erstbegehungen sind Produkte von Norrøna mit dabei. Heute ist die Bedeutung der Expeditionen in den Hintergrund gerückt. An ihrer Stelle steht der tägliche Einsatz der Prototypen. «Unsere Tester sind Menschen, die ständig draussen in den Bergen sind», erzählt Jørgensen. Die Produkte werden dabei genauso beansprucht wie während weniger häufigen, aber langen Touren.» Viele Produkte werden über einen Zeitraum von drei Jahren entwi- Partnercheck MEILENSTEINE ZEITLEISTE 1953 Norrøna zieht um an einen neuen Standort in Oslo 1969 44 1929 Jørgen Jørgensen gründet die J. J. Norrøna Sportartikel- und Lederfabrik 1948 1971 Ole Jørgen Jørgensen übernimmt die Unternehmensleitung

Seit 1988 befindet sich der Hauptsitz von Norrøna in Hvalstad vor den Toren Oslos. ckelt: Die Prototypen werden im Hauptsitz, der sich vor den Toren Oslos in Hvalstad befindet, entworfen und in kleinem Umfang produziert. Das Feedback der Tester fliesst unmittelbar in die Verbesserung der Produkte ein. Erst in der dritten Saison werden Verkaufsmuster an die Händler ausgegeben. Mut zu Neuem Mit Beginn des neuen Jahrtausends wächst bei Norrøna die Bedeutung des Designs. Und der Mut, Grenzen zu verschieben. «Ich mache nicht gerne immer wieder dasselbe», sagt Jørgensen. «Es ist wichtig, sich weiterzuentwickeln.» Als bei den anderen Herstellern noch dunkle, gedeckte Farben dominieren, bringt Norrøna die erste Freeride-Kollektion in leuchtend bunten Farben auf den Markt. Ausschlaggebend: «Einige befreundete Sportler fragten uns, ob wir nicht eine eigene Produktlinie nur für Freerider machen könnten.» Damit fällt man auf, hebt sich von der breiten Masse ab. Das Ergebnis: Die Bekanntheit der Marke wächst rasant. Mit dem Begriff «Loaded Minimalism» fasst man 2002 die Design-Philosophie zusammen: Dahinter verbirgt sich die Absicht, schnörkellose Produkte herzustellen, die zugleich alle essenziellen Details aufweisen. Aber: Designgrundsätze sollen nicht über der Qualität stehen. Das oberste Ziel bleibt die Herstellung funktionaler und langlebiger Produkte. Seit Jørgen Jørgensen 2005 die Leitung von Norrøna übernommen hat, verzeichnet das Unternehmen ein Wachstum von knapp 20 Prozent. Noch immer ist ein Wikinger das Markenzeichen von Norrøna. Und – ganz in der Tradition der Nordmänner, wagt sich auch Jørgensen auf Neuland, erschliesst den europäischen Markt und treibt ihn vo ran. Schweden, Deutschland und die Schweiz sind heute die wichtigsten Exportländer. 2012 wird Jørgensen von Ernst & Young zum Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. «Ich denke, ein Teil unseres Erfolgs liegt darin begründet, dass wir Produkte für Aktivitäten entwickeln, welche die Mehrheit der Mitarbeiter, ich selbst eingeschlossen, leidenschaftlich gerne ausübt.» Da werden auch mal reine Nischen-Sportarten bedient: Dort entstehen auch die Prototypen neuer Produkte. 1972 1990 2009 Partnercheck 45 1977 Norrøna fertigt den Prototypen für Europas erste Gore-Tex-Jacke 2004 Die Freeride-Kollektion ist farbenfroh und lässig geschnitten

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