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Inspiration - 02.2019

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GIPFELTREFFEN TAMARA

GIPFELTREFFEN TAMARA LUNGER Ganz entspannt – nach harten Routen an den Achttausendern hat Tamara Lunger erkannt: «Ich muss nicht immer den härtesten Weg gehen.» GIULIANO CAMERONI «ICH FOLGE MEINEN SCHMETTERLINGEN» Für Höhenbergsteigerin Tamara Lunger (33) werden die Berge, die sie getrieben haben, sich selbst zu treiben, mehr und mehr zu einem Ruhepol. Die Südtirolerin über Schattenseiten des Alpinismus und die Sonnenseiten des Berglebens mit Helikopter, Paraglide-Schirm und Schmetterlingen im Bauch. INTERVIEW CHRISTIAN PENNING Tamara, deine Welt sind die Berge. Tatsächlich warst du schon als Kind ein Fan von Heidi – wie kommt’s? Ach, man sieht’s ja im Film. Wenn sie oben ist am Berg, strahlt sie, ist glücklich und lacht. Die Stadt dagegen erdrückt sie. So geht’s mir halt auch. Auch jetzt noch, mit 33? Ja. Aber ich habe aufgehört, mich mit Heidi zu vergleichen (lacht) ..., weil ich der Meinung bin, dass jeder speziell und einzigartig ist. Jeder muss rausfinden, wie er sein Leben am besten lebt. Und da nützt auch kein grosses Vorbild. Ich muss zuerst mich kennenlernen und tief in mich hineinhören. Was kann ich gut? Was wünsche ich mir? Wo fühle ich die Schmetterlinge im Bauch? Und dann geht’s auf ... ... zu den höchsten Gipfeln der Erde? Die Achttausender haben die vergangenen zehn Jahre eine sehr zentrale Rolle in meinem Leben gespielt. In der Öffentlichkeit bin ich das Mädel von den Achttausendern. Da höre ich ständig die gleiche Frage: Was ist das nächste Projekt? Es ist, als wäre ich eine Maschine, die immer nur liefern, liefern, liefern muss. Ich möchte nicht alleine darauf reduziert werden. Es gibt noch so viel mehr als die Berge, was die Schmetterlinge in mir fliegen lässt. Wenn ich mit dem Hubschrauber fliege oder male, fühle ich ähnlich. Ich probiere alles zu tun, was ich mir wünsche. Du hast den Pilotenschein für Hubschrauber. Wie bist du darauf gekommen Heli zu fliegen? Das spukte mir schon mit 14 Jahren durch den Kopf. Aber ich war lange nicht wirklich bereit, die Ausbildung durchzuziehen. Als ich 2015 starke Knieprobleme hatte, kam mein Bergsteigerkollege und Expeditionspartner Simone Moro auf mich zu. Er flog damals schon sechs Jahre lang selbst FOTO: CHRISTIAN PENNING 32 INSPIRATION 02 / 2018 33

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