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Inspiration 02/2017 dt

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PARTNERCHECK EXPED «Wir können verrückte Dinge tun. Und zwar schnell.» ANDI BRUN – das Giebeltunnelzelt, das die Raumvorteile eines Tunnelzelts mit den frei stehenden Eigenschaften des Geodäten vereinte. Über die Zeit als Distributor sagt Andi Brun rückwirkend: «Für die gemachten Erfahrungen bin ich unendlich dankbar». Dabei denkt er vor allem an die Fehler, die seine Lieferanten machten: «Wir machen deshalb ganz bewusst keine Bekleidung. Die geforderten minimalen Produktionsmengen in Fernost zwingen zu Wachstum. Und darunter leiden erfahrungsgemäss immer die Produktqualität und die Innovationskraft der Unternehmen.» Die Fokussierung auf sogenannten Hartwaren (Rucksack, Zelt, Schlafsack, Matten etc.) hat aber noch einen anderen Grund, wie Andi Brun erklärt: «Für diese Produktkategorien braucht es sehr viel Erfahrung und Wissen. Und man muss die Sportarten unbedingt selber ausüben.» Ein kleines Unternehmen zu bleiben, sei schon immer das Ziel gewesen, so Brun (wobei relativierend anzumerken ist, dass Exped längst eine Niederlassung in den USA hat und in 20 weiteren Märkten mit 20 Distributoren zusammenarbeitet). Auch weil man damit einen viel direkteren Kontakt zu den Fachhandelspartnern und Kunden pflegen könne. Andi Brun erklärt sich: «Klein sein heisst auch, dass wir extrem schnell entscheiden können. Vom Prototypen zur Marktreife braucht Exped ein Jahr, ein halbes, wenn es sein muss. Grosse Unternehmen brauchen hierfür mindestens zwei Jahre. Wir können verrückte Dinge tun. Und zwar schnell.» Da hilft es, dass jeder Produktverantwortliche bei Exped nähen kann. «Fast and dirty» nennt Andi Brun das und meint damit auch, dass man nur in der praktischen Umsetzung erkennen kann, welche potenziellen Fehler dann in der Serienumsetzung in Fernost gemacht werden könnten. Einfach mal ausprobieren, das gefällt den Bruns. Bevor sie 1998 den ersten «Mantelschlafsack» auf den Markt brachten, setzten sie sich in der Nähe von Hongkong erst einmal eine Woche lang in die Werkstatt einer Schlafsackmanufaktur. «Es war grausam, wie wir uns mit unseren dicken Europäerfingern anstellten», erinnert sich Heidi Brun, «nach einer Woche Arbeit hatten Andi und ich je einen Schlafsack 'gebastelt'. Geübte 1982 in den Northern Territories - die neunmonatige Auszeit hat Heidi und Andi Brun geprägt. Näherinnen brauchen hierfür normalerweise drei Stunden.» Dafür hatten die Europäer jetzt ein vertieftes Produktverständnis. Und sie wussten auch, dass grossartige Ideen, die ausschliesslich am Reissbrett entstehen, in der Produktion zu einem Desaster führen können. HILFREICHES TÜFTLER-GEN Das vertiefte Produkt- und Produktionsverständnis in Kombination mit der persönlichen Outdoor-Erfahrung half auch, konventionelle Denkmuster zu durchbrechen. Und es stand damit Pate für die bis dato kommerziell erfolgreichste Produktenwicklung von Exped: der Downmat. Andi Brun blendet zurück: «Der Schweizer Extremalpinist Erhard Loretan und der Survivalexperte Wie ist das Raumgefühl des neuen Zeltmodells? Die Firmeninhaber nehmen Mass. MEILENSTEINE 1983 1997 1998 2000 2002 2006 2008 2018 Heidi und Andi Brun gründen Exped und vertreiben Markenprodukte. Entwicklung des neuen Zelttyps Giebeltunnelzelt – Orion ist das erste Eigenprodukt. Entwicklung des Mantelschlafsacks Wallcreeper. Der weltweit erste wasserdichte Schlafsack wird verschweisst statt genäht. Die neue DownMat revolutioniert den Markt und ist bis heute Expeds Bestseller. Präsentation der SynMat – die weltweit erste Matte mit Synthetikwattierung als Isolationsmaterial. Präsentation der ersten Rucksäcke. Konsequent aufs Wesentliche reduziert. Heidi und Andi Brun ziehen sich schrittweise aus dem Unternehmen zurück und gehen auf eine lange Reise. 34 INSPIRATION 02 / 2017 35

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