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Inspiration 01/2016 dt

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Wegweiser 6 Eiskaltes

Wegweiser 6 Eiskaltes Relaxen: Nach dem Gipfelerfolg auf dem Tupendeo (m Hintergrund) lassen sich Dres und Stephan auf dem kleinen Gletschersee treiben .

Kashmirs unberührte Schönheiten Ausgerechnet in Kashmir, dem konfliktgeladenen Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan, hat der Schweizer Profialpinist Stephan Siegrist sein persönliches Bergsport-Paradies gefunden. Zusammen mit seinen Expeditionspartnern gelangen ihm auf seiner letzten Reise drei spektakuläre Erstbesteigungen. Es gibt nicht mehr viele weisse Flecken in der vertikalen Welt zu entdecken. Alle bekannten Gebirge sind gänzlich erklommen, jeder denkbare Gipfel mehrfach bestiegen. Findet man dennoch so einen Felszacken, der zudem noch eine veritable alpinistische Herausforderung darstellt, ist das wie ein Sechser im Lotto für professionelle Alpinisten. Und der Schweizer Profialpinist Stephan Siegrist (43) hat in den Bergen von Kashmir quasi einen Sechser mit Zusatzzahl gezogen. Dem Gipfel-Sucher aus Ringgenberg ist bei seiner Expedition in das Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan das gelungen, wovon viele Alpinisten ihr Leben lang träumen: Innerhalb von drei Wochen steht er zusammen mit seinen Partnern, dem Fotografen Thomas Senf (34) und dem Bergführer–Ausbilder Dres Abegglen (39) auf drei Gipfeln, auf die noch nie ein Mensch einen Fuss gesetzt hat. Für das Schweizer Team ist es bereits die zweite Expedition in dieser Konstellation, für Stephan die insgesamt dritte Kashmir-Reise. Im letzten Jahr gelangen dem Trio im Nachbartal zwei Erstbegehungen auf den Shiepra (5’885 m) und den Kharagosa (5’840 m). Und das hat Appetit auf mehr gemacht. Indiens Matterhorn Wie eine Speerspitze ragt ein Granitfelsen aus den umliegenden Bergketten auf. Seiner markanten Form verdankt er den Namen Bhala, was in Kashmiri Spear (Speer) bedeutet. Der Anblick des Gipfels weckt regelrecht Heimatgefühle bei den Schweizern, denn die Form erinnert an das Matterhorn. Nur steiler, spitzer und rund 1’500 Meter höher. Die einzigen Informationen zum Berg, über die sie bislang verfügen, reduzieren sich auf ein Foto, das ihnen ihr indischer Freund und Mittelsmann Ranjan Sharma geschickt hat. Bei der Indischen Mountaineering Foundation (IMF) existieren keinerlei Aufzeichnungen über den Bhala. Selbst die einzige Karte, die sich auftreiben lässt, ist ungenau. Ganze Bergketten sind am falschen Ort eingezeichnet. Und auch die Höhenangaben haben wenig mit der Realität zu tun: 6’100 Meter sind für den Gipfel des Spear angegeben, die Messungen von Siegrist & Co. ergeben später lediglich 5’900 Meter. Grosse Fragezeichen Überhaupt gibt es sehr wenig Informationen über die abgeschiedene Bergregion im Nordwesten von Indien. Lange hat der stetig schwelende Grenzkonflikt zwischen Indien und Pakistan die internationalen Alpinisten von einer Reise in das Gebiet abgehalten. Zwar wurde 2003 von Indien und Pakistan ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, trotzdem kam es in der Region immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Jeder, der sich in den unwegsamen Tälern und den schroffen Bergen Wegweiser 7

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