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Inspiration 01/2016 dt

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auch die persönliche

auch die persönliche Fitness des Kunden eine Rolle – von ihr hängt massgeblich ab, wie stark der Schuh gedämpft sein soll. Die Eingespieltheit von Bändern und Sehnen ist zudem wichtig für die Höhe und Steifigkeit von Oberschuh und Schaft. Kunden sollten deshalb beim Trekkingschuhkauf weniger die eierlegende Wollmilchsau als die goldene Mitte suchen. «Es ist wie bei fast jedem Bergsport-Artikel», sagt Schärer, «man muss den richtigen Kompromiss zwischen leicht und stabil finden.» Neben Leisten, Dämpfung und Stabilität lauert die «Glaubensfrage»: Leder oder Synthetik? «Leder geniesst zu Recht das Vertrauen vieler Kunden», sagt Schärer, «es ist langlebig, stabil und passt sich dem Fuss an.» Synthetikmaterial ist dafür we- niger pflegeintensiv und deutlich leichter. Fakt ist: Beides hat als Obermaterial seine Berechtigung – gut erkennbar am Bestreben der Hersteller, Leder mit Synthetik zu kombinieren. Abseits von befestigten Wegen und bei Mehrtages-Trekkings mit schwerem Rucksack rät man bei Bächli aus Stabilitätsgründen zu Lederstiefeln. Die Nachteile des langsameren Trocknens und der nur anfänglich guten Dampfdurchlässigkeit macht ein geruchsarmes, temperaturneutrales und an Tragekomfort superbes Lederinnenfutter wett. Aber: Ein gutes, stabiles Paar Lederbergschuhe in Grösse 42 wiegt auch heute noch zwischen 1’600 und 1’800 Gramm – besonders gewichtsbewusste Skibergsteiger sind da leichter unterwegs. Langlebig und oft lange verfügbar Reinigung & Pflege Mit den heutigen Pflegeprodukten gelingt die Instandhaltung von Trekkingschuhen ohne grossen Aufwand. Dabei gilt es, folgende Regeln zu beachten: Reinigen Am besten mit lauwarmem Wasser (ohne Seife) und einer Bürste oder einem Schwamm. Für eine gründliche Reinigung die Einlegesohle und Schnürsenkel herausnehmen. Trocknen Schuhe nie auf oder in der Nähe von Hitzequellen (Heizkörper, direkte Sonne) und keinesfalls in Plastiktüten, sondern an einem schattigen, luftigen Ort mit herausgenommener Sohle trocknen lassen. Nasses Leder ist sehr hitzeempfindlich, wird brüchig und verformt sich. Schuhe mit nassem Futter einfach mit Küchenpapier ausstopfen. Lederpflege Das Schuhleder mit geeignetem Wachs (niemals Öl oder Fett – es verschliesst die Poren des Leders) behandeln, bevor es trocken und spröde wird. Raues Leder wird dabei glatter und dunkler – ein rein optischer Effekt, den man mit einer Wildlederbürste wieder aufheben kann. Apropos Leder: Trotz der zahlreichen Innovationen der Outdoorsportbranche in den vergangenen Jahren kommt es nicht selten vor, dass Bergsportler mit durchgelaufenen «Lederlatschen» das Geschäft betreten und sich «genau den nochmal wünschen», wie Schärer erzählt. Noch kurioser ist, dass man bei Bächli dann häufig einfach nur ins Regal greifen muss – einige beliebte Modelle werden seit Jahrzehnten ohne grosse Änderungen angeboten. «Die Kombination aus Leder und Gore-Tex funktioniert einfach», sagt Schärer. Daher seien die Produktzyklen auch besonders lang. «Es ist ein an Innovationen überschaubares Produkt». Hochwertige Modelle werden auch heute noch «gezwickt», d.h., der Schaft wird über den Leisten gezogen und das Material dann unterhalb der Brandsoh- Expert 32 Imprägnieren Die Imprägnierung ist zum Schutz des Leders sowie zur Wasser- und Schmutzabweisung wichtig. Zur Tiefenimprägnierung von reinen Lederschuhen ist z.B. Nikwax (flüssig) empfehlenswert. Lederschuhe mit Gore-Tex- oder ähnlichen Membranen können mit Flüssigwachs oder geeigneten Sprays imprägniert werden, Leder-Synthetik- Schuhe mit Membranen am besten mit einem Spray auf Wasserbasis behandeln. Reine Synthetik-Schuhe mit Membranen benötigen keine «Versiegelung» des Obermaterials. Im Zweifel hilft ein Blick auf die Hersteller-Website. HANWAG Robust und doch leicht: Viele Hersteller kombinieren Leder und Synthetik.

le mit Nägeln, Klammern oder Klebstoff fixiert. Teils lebt sogar der «Zwiegenähte» wieder auf, deutlich erkennbar an den dicken Aussennähten. Väter und Grossväter können sicher ein Lied von den ehemals bleischweren Bergschuhklassikern singen. «Gestrobelte» Trekkingschuhmodelle sollte man meiden – diese Machart, bei der das Schaftmaterial an der Innenseite mit der Brandsohle vernäht wird, ist deutlich weniger stabil und wird primär im Laufschuhbereich eingesetzt, da sie eine höhere Flexibilität bietet. «Eine der kürzlich grösseren Innovationen», sagt Schärer, «war die Surround-Technologie von Gore-Tex.» Dabei umgibt die wasserdampfdurchlässige Membran den gesamten Innenschuh wie eine Art Socke, die Sohle ist mit Lufträumen durchsetzt, sodass der Fussschweiss zu allen Richtungen «abdampfen» kann. Der Vorteil: «Diese Schuhe sind leichter und besser belüftet, bei gleicher Stabilität. Allerdings kann man diese Membran nicht mit Leder kombinieren.» Achten sollte man – unabhängig vom Obermaterial – auf einen hochgezogenen Gummirand, der vor scharfen Geröllkanten schützt. Anprobieren geht über Studieren Egal, ob breit oder schmal, hart oder weich, Leder oder Synthetik: Ohne Anprobe lässt sich die Auswahl eines Bergschuhs höchstens einschränken, niemals treffen. Denn nichts ist wichtiger als die richtige Passform! Auch wenn Modelle aus Leder mit dem grossen Vorteil der Anpassungsfähigkeit locken – dem weit verbreiteten Glaubenssatz «Der läuft sich schon ein» sollte man nicht zu viel Vertrauen schenken. «Der Fünf Tipps für die perfekte Passform Ernst Schärer, Produktmanager Schuhe bei Bächli Bergsport, nennt seine fünf Top-Tipps, die beim Kauf von Trekkingschuhen im wahrsten Sinne passen müssen. 1. Luft für die Zehen «Die Ferse muss immer fest sitzen – klar. Die Zehen brauchen dagegen vorne etwas Platz. Wie viel genau, kann man nur schwer erfühlen. Am besten stellt man sich auf die herausgenommene Einlegesohle. Etwa ein Zentimeter sollte vorne überstehen.» 2. Absatz nicht vergessen «Die Härte der Sohle entscheidet über den Gehkomfort. Bei den vielen Diskussionen um die Steifigkeit der Sohle wird eines gerne vergessen: Bergwanderschuhe brauchen einen Absatz! Ohne ausgeprägten Absatz in der Sohle hat man im Steilgelände keinerlei Halt.» 3. Persönliche Einlegesohlen «Bei Bächli Bergsport raten wir ausdrücklich dazu, die häufig sehr einfachen Standardeinlegesohlen der Hersteller durch ein zum Kunden passendes Modell zu ersetzen. Das macht wirklich Sinn! Für vergleichsweise wenig Geld erhält man einen spürbaren Komfortgewinn.» 4. Richtig schnüren «Achten Sie darauf, dass die Tiefzughaken – sie ziehen die Ferse in den Schuh – im Knöchelbereich nicht drücken. Vorteilhaft ist, wenn sich die Schuhe sektionsweise schnüren lassen: für das Bergaufgehen etwa fest am Vorfuss, aber locker am Schaft. Aus Verschleissgründen sind Metallösen solchen aus Textil vorzuziehen.» 5. Persönlicher Einkaufsbegleiter «Fussvermessung, Modellauswahl, Anprobe – all das braucht seine Zeit. Bei Bächli Bergsport bieten wir daher einen persönlichen Einkaufsbegleiter an, der Sie zu Ihrem Wunschtermin ausführlich und in entspannter Atmosphäre individuell berät.» Markus Kellenberger Expert Ein breiter Gummirand schützt vor scharfen Steinkanten im Gelände. Moritz Attenberger Für losen Untergrund empfiehlt sich eine feste Sohle. 33

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