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Inspiration 01/2016 dt

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Der durch Petrollampen

Der durch Petrollampen erleuchtete Laternliweg Der Whirlpool (mit Panoramafenstern) Hochgenuss 28 darüber liegenden Galeriegeschoss: Backseckelstobe. Der stringente Stil des Hauses setzt sich natürlich auch in den Zimmern fort: durchgehendes Eichenparkett, durchgehendes Fensterband – und als Einzigartigkeit eine durchgehende Reliefwand hinter den Betten, wie man sie aus der Ferne schon an den oberen Restaurantwänden gewahrte. In Anlehnung an die Gesteinsschichten des Säntismassivs wurde der Kalkverputz mit Gravurwerkzeugen bearbeitet (ähnlich der Krakeliertechnik in der Töpferei), was zu einer verblüffend ähnlichen Schichtenmodellierung führte. Klar, dass daneben kein Platz für Bilder ist – die gewaltige Felsformation vor dem Fenster ist ja Kulisse genug. Herausragend sind zwei Textilzimmer (die von Firmen des Ostschweizer Textilverbandes gestaltet wurden) und neun Junior- Suiten, wovon einige behindertengerecht gebaut sind. Sternekomfort versus Massentourismus Auch auf den Scheiben in einigen Zimmern und auf den Teppichen in den Korridoren finden sich wieder die schlichten Ornamentmuster aus Rosetten. Umso auffälliger sind die an prominenten Wänden und Decken aufgebrachten reflektierenden Textiltapeten von Jakob Schläpfer – mit Pflanzenund Tiermotiven aus der Alplandschaft. Zu diesem edlen Ambiente passen die stilvollen Sessel vom bekanntesten Appenzeller Möbelschreiner – gewiss eine zeitgemässere «Heimatreferenz» als irgendwelche Brauchtumsexponate. Kurz, das Haus verströmt eine gewisse Grandezza, die eigentlich auf ein Vier-Sterne-Haus schliessen liesse. Erst recht, wenn man noch den grosszügigen Wellnessbereich mit drei Saunen, einem Whirlpool mit spektakulärer Aussicht und der Terrasse mit Zugang zu einem Kneippweg erlebt hat. Doch die Säntisbahn als Betreiberin positioniert ihre neue Perle bewusst als Drei-Sterne-Hotel. «Wir wollen weiterhin ein Haus für ‚aller Gattig Lüüt’ sein. Auch Tagesausflügler sollen keine Berührungsängste haben.», erklärt Remo Brülisauer. Er ist sich aber bewusst, dass der Spagat zwischen effizientem Tagestourismus (mit bis zu 10’000 Besuchern an Spitzentagen) und gepflegter Hotellerie plus Seminarbetrieb eine neue Herausforderung bedeutet. Doch der Hotelgast soll durch den Tagesrummel kaum behelligt werden. Nach 17 Uhr, wenn er das Hotel geniessen will, findet er hier oben eine wahre Ruheoase, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Im Gegensatz zum grossen Restaurant blieb allerdings fürs gemütliche Verweilen in der Bar und in der Lounge etwas gar wenig Platz übrig. Fazit: Das neue Säntis-Hotel bietet guten Grund, um länger auf der Schwägalp zu verweilen und das prächtige Alljahresrevier zu entdecken (siehe Kasten). Es hat eine neuzeitliche und komfortable Anmutung mit einigen hintergründigen Anspielungen auf das traditionelle Handwerk und Brauchtum – und dies zu einem sehr reellen Preis. Etwas gar neumodisch ist einzig der Name: Das Haus heisst ja nicht mehr Berghotel Schwägalp, sondern «Säntis – das Hotel». Auf dass es zum eingeführten Claim «Säntis – der Berg» passe ... TEXT: PETER HUMMEL FOTOS: PETER HUMMEL / ZVG

Hochgenuss WE BRING PEOPLE CLOSER TO NATURE 29 www.haglofs.com

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