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Inspiration 01/2016 dt

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INFO FREERIDEN

INFO FREERIDEN VIERWALDSTÄTTER SEE Dank seiner Lage am Alpennordrand bekommt die Region um den Vierwaldstätter See gerade bei Tiefs aus Nordwesten ordentlich Schnee ab – zumindest in den Hochlagen. Und wenn es kalt genug ist, dann sind mit ein bisschen Glück auch Abfahrten bis zum See möglich. Zu den kuriosesten Skigebieten gehört der Haldigrat mit Liftbetrieb auf Anruf. Entschleunigt Skifahren: Haldigrat-Retter Kurt Mathis bei der Arbeit. ANREISE Rigi: A4, Ausfahrt Goldau, weiter zur Seilbahnstation Kräbel, Rigi Scheidegg Haldigrat: A2 Luzern, Ausfahrt Stans-Süd Richtung Engelberg/ Dallenwil/Ennetbürgen bis zur Luftseilbahn Dallenwil-Niederrickenbach. Mit der Luftseilbahn (täglich von 7.00 bis 12.00 Uhr und 13.10 bis 18.40 Uhr im Halbstundentakt) nach Niederrickenbach, von der Bergstation auf Forstweg ca. 30 Minuten zu Fuss bis zur Haldigrat-Bahn. Beckenried: A2 Luzern, Richtung Gotthard bis Ausfahrt Beckenried. SKIGEBIETE Haldigrat (1’230 – 1’937 m), Tel. 079 224 78 85 Beckenried (436 m – 2’001 m), Tel. 041 624 66 00 Rigi (759 m – 1’656 m), Tel. 041 397 00 07 Wegweiser 16 WEB Haldigrat, www.haldigrat.ch Beckenried, www.klewenalp.ch Rigi, www.rigi.com UNTERKUNFT/ESSEN Haldigrat: Berggasthaus Haldigrat, Tel. 041 628 22 60 oder 079 705 52 44 Klewenalp: Zahlreiche Unterkünfte und Hütten am Berg auf der Klewenalp, vom Hotel bis zur Hütte mit Lager. www.klewenalp.ch, im Tal Unterkunft in Beckenried, Tel. 041 620 31 70, www.tourismus-beckenried.ch. Rigi: Berggasthaus Rigi-Scheidegg, Tel. 041 828 14 75, www.rigi-scheidegg.ch Vorderseite der Bude gleicht einem lebenden Sessellift-Museum. Liftpersonal? Fehlanzeige. Noch steht der Lift. Jürg schnappt sich den Hörer des alten Telefons an der Hauswand, ruft die Bergstation an. Ein paar Minuten später setzen sich die Räder des Liftes knarrend in Bewegung. Eine Zeitreise in längst vergangene Skizeiten beginnt. Oben wartet Pascal im Bähnler-Häuschen, einem kleinen Holzverschlag. „Guate Morge’“, grüsst er. Auf einem Bildschirm mit Videokamera hat er uns unten beim Einstieg beobachtet. Auf einem karierten Schreibblock notiert er sich unsere Vornamen, kassiert 20 Franken pro Mann und macht hinter die Namen einen Strich. «Die nächste Fahrt ist inklusive», meint er, «für die weiteren Fahrten müsst ihr dann wieder zahlen.» An der Ausstiegstelle hantiert ein Mann mit Vollbart und Jägerhut gerade an einer Schneefräse und bläst Pulverfontänen in den blauen Morgenhimmel. «Ich bin der Kurt», stellt er sich vor. Kurt ist die Haldigrat AG. Und Kurt ist dafür verantwortlich, dass an der Tafel an der Talstation die Null hinter den beiden Fünfen fehlt. Aber er ist vor allem auch dafür verantwortlich, dass der Lift überhaupt noch läuft, hoch zum Grat, der zur westlichen Schulter des 2’404 Meter hohen Brisen hinaufführt. Der Lift stammt aus den Sechzigerjahren, genauso wie das Panoramarestaurant an der Bergstation. Ein paar Jahrzehnte später war so etwas für Controller kein Konzept mehr, sondern eine finanzielle Zumutung. Das Todesurteil für das Ein-Lift-Skigebiet Haldigrat. 1996 wurde der Betrieb eingestellt. Bis dahin war Kurt Mathis, der im nahen Wolfenschiessen ein Verputzunternehmen besitzt, an seinen freien Tagen am Haldigrat gerne Ski gelaufen. Im Sommer 2002 sollten die Anlagen liquidiert und abgerissen werden. Nie wieder Skifahren am Haldigrat. Das wurmte Pilgerziel: Maria-Rickenbach ist Ausgangspunkt für die Freeride-Jünger am Haldigrat.

NAVIS II BLACK CROWS Kurt. Er kaufte das komplette Aktienpaket. Seitdem laufen die Lifte wieder. Um Geld zu sparen, hat er die Liftkapazität für eine kantonale Konzession drastisch reduziert: oben und unten jeweils drei Sessel und eine Transport-Box. Das muss reichen. Ein Kuriosum. Kurt stellt damit alle marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf. Doch sein eigenwilliges Konzept der Entschleunigung funktioniert. Er hat sich damit in einer kleinen Freeride-Gemeinde einen Namen gemacht. Hänge, die wenige Stunden nach einer Neuschnee-Nacht völlig verspurt und durchackert sind – das mag es in Engelberg oder Andermatt geben, nicht am Haldigrat. Pulverschwünge mit Adlerblick Der Schnee ist noch jungfräulich, als Jürg seine ersten Schwünge in den Gipfelhang zieht – mit Adlerblick auf Luzern und den Vierwaldstätter See. Obwohl die Bergstation auf nur knapp 2’000 Metern liegt, hält sich auf den Nordhängen der Pulverschnee lange. Wie viel Spass man an den Flanken mit einem Idealgefälle von durchschnittlich rund 30 bis 35 Grad haben kann, hat sich mittlerweile sogar in Engelberg herumgesprochen. Gerade wenn bei schlechtem Wetter dort die besten Runs nicht fahrbar sind, kann es am Haldigrat-Lift zu Schlangenbildung an der Talstation kommen. Dann aber bleiben immer noch Alternativen wie eine kleine Tour auf den Brisen, aufs Steinalper Jochli oder zum östlich gelegenen Risetenstock. «Ein wirklicher Geheimtipp ist der Haldigrat nicht mehr», überlegt Jürg. «Aber es gibt noch Tage, an denen man hier fast alleine sein kann.» Regelmässig läuft der Haldigrat-Lift nur am Wochenende. Schliesslich ist der Lift für Kurt ein Hobby. Doch manchmal, an besonders guten Tagen, zeigt er sein grosses Herz für Freerider. Dann lässt er den Lift auf Anfrage auch wochentags laufen. Die Mobilnummer auf dem Schild an der Talstation hat sich Jürg notiert. Der Winter ist noch lange. Und ein offizielles Saisonende kennt Kurt sowieso nicht. «Winterbetrieb: November bis Juni, bei guten Wetterverhältnissen», lässt Kurt auf der Haldigrat-Website wissen. TEXT UND FOTOS: CHRISTIAN PENNING Der Navis II ist ein Freeride-Ski für hohes Tempo und enge Kurvenradien. Wechselnde Schneebedingungen werden mit einem Tail-Rocker und klassischer Vorspannung im Bindungsbereich leicht gemeistert. Das Ski-Ende mit abgerundeten Ecken erhöht den Spass in weichem Schnee und beisst sich auf Hartschnee förmlich fest. Für guten Kantenhalt und einen angenehmen Flex sorgt die Sandwichbauweise mit ABS-Seitenwangen und Holzkern. x Gewicht: 3’850 g (Länge 179 cm) x Preis: CHF 699.- KINGPIN 13 MARKER Die TÜV-zertifizierte Pin-Bindung für Freetourer kommt mit individuell justierbaren Anschlägen, die einen komfortablen Einstieg ermöglichen. Eine breite Abstützung, Vorderbacken mit sechs Federn und der XXL Power Transmitter garantieren eine hervorragende Kraftübertragung zwischen Tourenschuh und -ski. Die zweistufige Steighilfe ist leicht über die Stockspitze zu bedienen und auf 7° oder 13° einzustellen. Ein Wechsel zwischen Abfahrts- und Aufstiegsmodus ist ohne Ausstieg aus der Bindung möglich. x Gewicht: 1’460 g/Paar x Preis: CHF 559.- RISE PRO 34+ DEUTER Für Grosses gemacht. Das Plus im Namen verrät, was in diesem Alpinrucksack steckt: viel Platz für alles, was auf einer Wochenend- Skitour mit Übernachtung nicht fehlen darf. Schaufel und Sonde lassen sich im Frontfach verstauen. Tiefschneebrett(er) finden an den verstärkten Ski-, Schneeschuh- oder Snowboard-Fixierungen Platz. Der U-förmige Reissverschluss rund um die Rückenpolsterung ermöglicht einen leichten Zugriff in das Hauptfach. x Gewicht: 1’700 g x Preis: CHF 179.- Wegweiser 17

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